Japans Regierung schränkt den geplanten Atomausstieg nach Einwirkung der Wirtschaftslobby teilweise wieder ein. Das Kabinett billigte zwar die Energiewende. Es ließ aber offen, bis wann die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt die meisten ihrer 50 Kernkraftwerke endgültig vom Netz nehmen will.

Als die Pläne zum Atomausstieg am Freitag bekannt gegeben worden waren, war als Ziel für den endgültigen Ausstieg das Jahr 2040 genannt worden. Nun sagte Handelsminister Yukio Edano aber: "Ob wir bis zu den 2030er Jahren ohne Atomkraft auskommen können, hängt nicht nur von der Politik ab."

Es hänge vielmehr auch vom Willen der Nutzer ab, von technischen Innovationen und vom Umfeld für Energie in den kommenden zehn oder  20 Jahren. Finanzminister Jun Azumi sagte, die Politik müsse flexibel sein, um zu vermeiden, dass die Bürger eine zu große Last zu tragen hätten.

Wirtschaft klagt über hohe Kosten

Nachdem die Energiewende vor wenigen Tagen öffentlich gemacht worden war, drängte die Industrie die Regierung, ihre Pläne zu überdenken. Der Atomausstieg würde die Wirtschaft belasten und hätte wegen des Imports von Öl, Kohle und Gas hohe Kosten zur Folge, hieß es.

Vor der Atomkatastrophe von Fukushima wollte Japan als drittgrößter Nutzer von Kernenergie weltweit deren Anteil an der Gesamtversorgung von rund 30 Prozent auf mehr als 50 Prozent ausbauen. Infolge der Katastrophe gewann jedoch die Anti-Atom-Bewegung in Japan Einfluss.