Bei Protesten in Pakistan gegen den antiislamischen Film aus den USA sind mindestens 16 Menschen gestorben. Nach Angaben aus Krankenhäusern wurden außerdem mindestens 200 weitere Menschen verletzt. Allein in der südlichen Metropole Karachi sollen zwölf Menschen umgekommen sein, darunter ein Polizist. In der nordwestpakistanischen Stadt Peshawar starben drei Demonstranten und der Fahrer eines TV-Senders.

Nach Polizeiangaben beteiligten sich in Karachi mehr als 20.000 Menschen an den Protesten. Molotow-Cocktails und Steine flogen, die Polizei reagierte mit Tränengas und schließlich auch mit scharfen Schüssen. Paramilitärische Truppen mussten die überforderten Polizisten unterstützen. Aus der Menge wurden die Schüsse erwidert.

Die Behörden blockierten die Zufahrtsstraßen zum US-Konsulat in Peshawar sowie zu den Büros westlicher Hilfsorganisationen und anderen potenziell gefährdeten Gebäuden mit Schiffscontainern. Eine aufgebrachte Menge zündete vier Kinos an.

Landesweit gingen in Pakistan Zehntausende Menschen gegen den Film Unschuld der Muslime und die Karikaturen in der französischen Satire-Zeitung Charlie Hebdo auf die Straßen.

US-Regierung zeigt TV-Spots in Pakistan

Aus Angst vor Übergriffen verschärften die westlichen Botschaften in der islamischen Welt ihre Sicherheitsvorkehrungen, etliche Vertretungen schlossen vor den Freitagsgeben ganz. Die US-Botschaft in Pakistan schaltete Fernseh-Werbespots, um die Lage zu beruhigen.

Die Spots zeigten unter anderem US-Präsident Barack Obama und Außenministerin Hillary Clinton . Die USA respektieren alle Religionen und hätten nichts mit dem Mohammed-Schmähfilm zu tun, hieß es in dem TV-Spot, für den die US-Regierung bei mehreren pakistanischen Fernsehsendern Sendezeit kaufte.

In Bangladesch versammelten sich nach den Freitagsgebeten etwa 10.000 Islamisten in der Hauptstadt Dhaka . Sie skandierten Sprüche gegen die USA und Frankreich und verbrannten Flaggen beider Staaten.

Frankreich verbot am Freitag alle öffentlichen Demonstrationen gegen die neuen Mohammed-Karikaturen in der Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo . Es werde keine Ausnahmen geben, sagte Innenminister Manuel Valls.

Auch der größte französische Muslim-Verband CFCM rief dazu auf, nicht auf die Straße zu gehen. "Jeder Protest könnte missbraucht werden und wäre kontraproduktiv", sagte Verbandspräsident Mohammed Moussaoui dem Rundfunksender RFI. In Paris war die Polizei an zentralen Orten zu sehen, hielt sich jedoch im Hintergrund.