Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hat den Palästinensern Desinteresse an einem Frieden mit Israel unterstellt. Im zweiten, nun veröffentlichten Teil eines heimlich aufgenommenen Videos sagte Romney, dass die Palästinenser "an der Zerstörung und Vernichtung Israels" festhielten. Die Aussicht auf eine Zwei-Staaten-Lösung sei damit sehr gering.

"Sie hoffen auf einen gewissen Grad an Stabilität, aber erkennen, dass dies ein ungelöstes Problem bleiben wird", sagte Romney bei dem privaten Empfang für reiche Wahlspender im Mai. Auch der zweite Teil des Videos wurde von dem als eher links geltenden Magazin Mother Jones auf seiner Website veröffentlicht.

Zuvor war ein erster heimlicher Mitschnitt der Rede veröffentlicht worden. Darin bezeichnete Romney die Wähler Obamas als Empfänger staatlicher Hilfsleistungen, die sich als Opfer fühlten.

In seinen Ausführungen zur Außenpolitik der USA gab Romney weiter zu bedenken, dass der Iran die Amerikaner mit einer dreckigen Bombe erpressen könne. "Wäre ich Iran, ein verrückter Fanatiker, würde ich ein bisschen spaltbares Material der Hisbollah geben und sie anweisen, es nach Chicago oder irgendwo anders hin zu bringen", sagte Romney.

Wenn die USA dann aufbegerten, könne der Iran damit drohen, eine "dreckige Bombe" zu zünden. Dies sei auch ein Grund, warum das iranische Atomprogramm gestoppt werden müsse . Romney ließ dabei außer acht, dass eine dreckige Bombe mit radioaktiven Substanzen auch aus radioaktiven, medizinischen Abfällen hergestellt werden kann.

Erst vor wenigen Wochen hatte Romney die Palästinenser und die arabische Welt mit Äußerungen über den Status Jerusalems verärgert . Der Satz " Jerusalem ist die Hauptstadt Israels" schmeichelte zwar den Israelis, die die Stadt mit ungeklärtem völkerrechtlichen Status zu ihrer "ewigen und ungeteilten" Hauptstadt erklärt haben. Aus Sicht der Palästinenser aber gab sich Romney damit als parteiisch zu erkennen.

Zudem zog er sich mit einer Rede vor Sponsoren in Jerusalem noch den Vorwurf des Rassismus zu. Der viel größere Wohlstand der Israelis im Vergleich zu den Palästinensern sei der "jüdischen Kultur und einigen anderen Dingen" zu verdanken, sagte er. Die Palästinenser wiesen darauf hin, dass zu diesen "anderen Dingen" wohl auch die israelische Besatzung gehöre. Die aber hatte der Wahlkämpfer mit keinem Wort erwähnt.