Die Fischerboote hätten die zwischen beiden Ländern umstrittene Seegrenze im Gelben Meer verletzt, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul . Zuvor seien die Boote von den Besatzungen der beiden beteiligten Patrouillenboote über Funk gewarnt worden.

Es seien sechs Fischerboote gewesen, die nach den Schüssen wieder über die Grenzlinie nach Nordkorea zurückgekehrt seien. Seoul hatte zuletzt mehrere Kriegsschiffe in das Seegebiet entsandt, nachdem zuvor schon mehrere nordkoreanische Schiffe in die Gewässer bei der Insel Yeonpyeong eingedrungen waren. Nordkorea erkennt die sogenannte Nördliche Grenzlinie vor der Westküste nicht an. Diese Linie wurde zum Ende des Korea-Kriegs 1953 einseitig von einem UN-Kommando gezogen.

In dem Seegebiet kommt es häufig zu Zwischenfällen. 2010 schoss Nordkorea während einer Militärübung rund 170 Granaten und Raketen auf die Insel Yeonpyeong. Vier Menschen starben, es entstanden große Sachschäden. Wenige Monate zuvor hatte nach Angaben aus Seoul ein nordkoreanisches U-Boot ein südkoreanisches Marineschiff versenkt – 46 Seeleute starben bei dem Vorfall. 2002 wurden bei einem Schusswechsel zwischen Kriegsschiffen beider Seiten laut Seoul sechs südkoreanische Soldaten sowie 13 Nordkoreaner getötet. 1999 versenkten südkoreanische Kriegsschiffe ein nordkoreanisches Patrouillenboot mit schätzungsweise 20 Seeleuten an Bord.

Gemeinsames Militärmanöver mit USA

Nord- und Südkorea befinden sich seit dem Ende des Korea-Kriegs im Jahr 1953 weiterhin offiziell im Kriegszustand. Seit August ist die Lage zwischen den beiden Konfliktparteien verstärkt angespannt. Trotz Drohungen aus dem Norden hatten die Armeen Südkoreas und der USA ein gemeinsames Militärmanöver gestartet. An der Militärübung, die vor allem virtuell von den südkoreanischen Kasernen aus und nicht auf freiem Feld stattfand, nahmen nach Angaben der US-Armee mehr als 30.000 ihrer Soldaten teil.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte daraufhin mit einem Krieg gedroht . "Wenn die Feinde nur ein Geschoss auf unser unverletzliches Staatsgebiet feuern, wird die gesamte Armee zu einem umfassenden Gegenangriff aufmarschieren", hatte er gesagt. Das war nicht die erste Kriegsdrohung Nordkoreas während eines Militärmanövers .