Lakhdar Brahimi hat seine bevorstehende Mission als UN-Sondergesandter in Syrien als "fast unmöglich" bezeichnet. Er gehe ohne Illusionen an seine Aufgabe , sagte Brahimi der BBC .

Der ehemalige algerische Außenminister kündigte an, er werde Kofi Annans Sechs-Punkte-Plan für ein Ende der Gewalt im Land in seinen Werkzeugkoffer mit aufnehmen. Aber er wisse noch nicht, wie er den Plan umsetzen könne. Erst einmal wolle er mit so vielen Menschen wie möglich sprechen, sagte Brahimi. Ansonsten habe er "Ideen, aber noch keinen Plan".

Brahimi sprach von einer großen Verantwortung, die schwer auf ihm laste. "Die Leute fragen schon jetzt: 'Was macht ihr angesichts der vielen Toten?' Und wir unternehmen nicht viel. Allein das ist schon eine große Last", sagte der 78-Jährige.

In Syrien seien politische Veränderungen nötig, sagte er. Einen Rücktritt des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad forderte er nicht. Gleichzeitig distanzierte sich Brahimi von den Rebellen und betonte, er arbeite für zwei internationale Organisationen, die UN und die Arabische Liga, und sei nicht ihrer Bewegung beigetreten.

Brahimi fordert Einstellung der Kämpfe

Bereits am Wochenende hatte Brahimi dem TV-Sender Al Arabija gesagt : "Ich rufe alle Parteien in Syrien zur Einstellung der Kämpfe auf. Unzweifelhaft geht dieser Aufruf in erster Linie an die Regierung. Es ist vor allem die Pflicht von Regierungen, nicht nur in Syrien, Sicherheit und Stabilität für ihr Volk zu gewährleisten."

Als Syrien-Sondergesandter folgt Brahimi auf den früheren UN-Generalsekretär Annan, der das Amt am 2. August niedergelegt hatte. Annan hatte drei Monate lang vergeblich versucht, in dem Konflikt zu vermitteln und einen Waffenstillstand in Syrien durchzusetzen. Er habe jedoch nicht die Unterstützung erhalten, die dieser Fall verdient hätte , sagte Annan bei seinem Abgang.

Brahimi wird in Damaskus erwartet

Brahimi war bereits in Afghanistan und im Irak als Vermittler tätig. Nach Angaben der syrischen Regierung wird er in Kürze zu Gesprächen in Damaskus erwartet.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wurden in dem seit eineinhalb Jahren andauernden Konflikt knapp 20.000 Menschen getötet, Oppositionsgruppen geben höhere Zahlen an.