Syrische Rebellen haben einen Bombenanschlag auf das Hauptquartier des Heeres in Damaskus verübt. Zu dem Angriff mitten ins Herz der syrischen Führung bekannte sich die Freie Syrische Armee , die stärkste Kraft des bewaffneten Aufstands gegen Präsident Baschar al-Assad. Nach ihren Angaben wurden Dutzende Menschen bei der Aktion getötet.

Die Regierung versuchte, die Folgen des Anschlags herunterzuspielen. Alle Mitglieder der Militärführung, des Heereskommandos und des Verteidigungsministeriums seien unverletzt, sagte Informationsminister Omran Soabi im staatlichen Fernsehen. Er sprach von einem terroristischen Akt an einer wichtigen Stelle. "Aber wie immer ist es ihnen nicht gelungen, ihr Ziel zu erreichen."

Zwei Bomben waren am Morgen in der Nähe der Hauptquartiere von Heer und Luftwaffe explodiert. Die Heereszentrale stand in Flammen, schwarzer Rauch stieg über der Innenstadt auf. Nach Angaben von Augenzeugen, unter ihnen ein Reporter der BBC , lieferten sich Soldaten und Rebellen im Inneren des Gebäudes heftige Kämpfe.

Der englischsprachige Fernsehsender Iranian Press TV berichtete, einer ihrer Korrespondenten, der 33-jährige Syrer Maja Nasser, sei bei den Schusswechseln getötet worden. Auch syrische Medien meldeten, bei dem Angriff seien vier Wachleute getötet und zehn weitere Menschen verletzt worden. Die Rebellen sprachen von zehn Toten. In einem Vorort der Hauptstadt Damaskus wurden unterdessen die Leichen von 50 Männern gefunden

Das Gebäude des Militärkommandos liegt neben dem Ummajaden-Platz im Stadtzentrum. Es ist eine der beiden wichtigen militärischen Zentralen des Landes, der Komplex ist stets gut bewacht.

Am Vortag hatten Rebellen bereits einen Anschlag auf eine angebliche Milizen-Zentrale in Damaskus verübt. Die Revolutionskomitees berichteten, Regierungstruppen und die Schabiha-Miliz hätten am Mittwoch im Damaszener Viertel Al-Asali mehrere Häuser mutmaßlicher Regimegegner angezündet.

In dem seit rund eineinhalb Jahren andauernden Aufstand gegen die Regierung sind bislang mehr als 27.000 Menschen ums Leben gekommen. Frankreichs Präsident Francois Hollande, der am Dienstag seine erste Rede vor der UN-Vollversammlung hielt, forderte die Weltgemeinschaft auf, Schutzzonen für das syrische Volk einzurichten. Die Gegenden im Norden des Landes, die von Rebellen eingenommen worden seien, müssten "umgehend" geschützt werden. "Das syrische Regime hat unter uns keine Zukunft", sagte er.