Um ein Beendigung des iranischen Atomprogramms zu erreichen, sei eine militärische Operation samt Besetzung vonnöten. Zu diesem Schluss kommen 30 frühere US-Diplomaten und pensionierte ranghohe Militärs in einem Gutachten, das vorab der Nachrichtenagentur AP zugänglich gemacht wurde. Ein solcher Einsatz aber sei anspruchsvoller als die Kriege im Irak und in Afghanistan zusammen.

Ein amerikanischer Angriff auf den Iran ohne längere Intervention würde das Streben Teherans nach der Atombombe lediglich um bis zu vier Jahre verzögern. Ein Angriff könnte wichtige nukleare Einrichtungen zerstören, aber würde die Führung nicht wesentlich schwächen. "Wir glauben nicht, dass dies zu einem Regimewechsel, einem Zusammenbruch des Regimes oder einer Kapitulation führt", heißt es in dem Papier.

Angriff könnte Krieg im Nahen Osten auslösen

Die Autoren rechnen im Gegenteil damit, dass ein solcher Angriff dazu führen könnte, dass der Iran über Stellvertreter zurückschlägt. Damit könnte ein Flächenbrand im gesamten Nahen Osten ausgelöst werden. Ein Militärschlag ohne längere Besatzung würde den Iran im Bau einer Bombe nur bestärken. Zum Teil auch deswegen, weil die iranische Führung glaube, sich so vor weiteren US-Angriffen schützen zu können.

Das Gutachten ist vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen dem Iran und Israel entstanden. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erwägt seit Längerem einen Militärschlag gegen den Iran , um dessen Atomprogramm zu stoppen. Allerdings braucht Israel dazu die Unterstützung der USA .