Der seit fast zwei Wochen aus der Öffentlichkeit verschwundene chinesische Spitzenpolitiker Xi Jinping soll unter gesundheitlichen Problemen leiden. Der voraussichtlich künftige Staats- und Parteichef sei aber auf dem Weg der Besserung, berichtete der bekannte Kommentator Li Weidong.

Unter Berufung auf ein Familienmitglied sagte der frühere Chefredakteur der staatlichen Zeitung Zhongguo Gaigebao : "Ich kann sagen, dass Xi Jinping jetzt in einem guten Gesundheitszustand ist." Er erhole sich langsam. Es sei nichts Ernstes.

Li Weidong bestritt, von einem Herzanfall gesprochen zu haben, wie ihn die britische Zeitung Daily Telegraph fälschlicherweise zitiert habe. Er habe keine eigenen Informationen über einen Herzanfall. Es werde nur darüber spekuliert.

Staatsmedien schweigen weiter

Das Informationszentrum für Menschenrechte und Demokratie in Hongkong veröffentlichte die Meldung, dass an der Leber Xis Anfang September ein Krebsgeschwür entdeckt worden sei und dass er diese Woche in einem Krankenhaus in Peking operiert werden sollte. In dem Krankenhaus war auf Anfrage allerdings nichts über Xi bekannt. Ein Vertreter wies die Berichte als Spekulationen zurück.

Auch die zentralen Abendnachrichten des Staatsfernsehens erwähnten Xi erneut nicht. Sein Name wurde nur in einer Staatszeitung neben den anderen Mitgliedern der Führung genannt, die der Familie eines gestorbenen Generals ihr Beileid ausgesprochen hätten.

Xi ist seit dem 1. September nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden. Mehrere Treffen mit ausländischen Besuchern wurden abgesagt. Seine unerklärte Abwesenheit hat Spekulationen über einen Herzanfall, eine Rückenverletzung, einen Autounfall oder sogar ein mögliches Attentat ausgelöst. Offiziell wird weiter geschwiegen .