Gegen 11 Uhr gibt das Norwegische Nobelpreiskomitee in Oslo bekannt, wer dieses Jahr den Friedensnobelpreis bekommt. In den vergangenen Tagen wurden bereits die Auszeichnungen für Medizin, Physik, Chemie und Literatur verkündet. Verliehen wird der Preis jedes Jahr am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.

Jedes Jahr erreichen zwischen 200 und 300 Kandidatenvorschläge die verschiedenen Jurymitglieder der einzelnen Kategorien – Medizin, Physik, Chemie, Frieden, Literatur und Wirtschaft. Denn für den Nobelpreis muss man nominiert werden – von einem früheren Preisträger selbst, einem Lehrstuhlinhaber aus dem jeweiligen Fachgebiet in Skandinavien oder einem Akademiker, den das Nobelkomitee für würdig befindet. Für den Friedensnobelpreis wurden in diesem Jahr 231 Personen und Organisationen nominiert.

Die Liste der Vorschläge ist geheim. Jedes Jahr wird gerätselt, wer es darauf geschafft hat. Vermutlich ist auch dieses Mal Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl unter den Nominierten. Norwegische Beobachter tippen aber eher auf die russische Menschenrechtsorganisation Memorial oder den birmanischen Präsidenten Thein Sein als Preisträger. Es ist 41 Jahre her, dass ein Deutscher die Auszeichnung erhielt: Der damalige Bundeskanzler Willy Brandt wurde 1971 für seine Ostpolitik geehrt.

Im vergangenen Jahr teilten sich drei Frauen den Friedensnobelpreis: Ausgezeichnet wurden die jemenitische Journalistin und Menschenrechtlerin Tawakkul Karman, die liberianische Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf und Leymah Gbowee, ebenfalls aus Liberia. 2011 wurde der inhaftierte chinesische Oppositionelle Liu Xiaobo mit dem Preis geehrt. Besonders stark diskutiert wurde die Preisvergabe im Jahr 2009, als das Komitee US-Präsident Barack Obama ehrte.

Insgesamt erhielten bis 2011 nur 44 Frauen Nobelpreise. Seit 1901 wurden 831 Personen und 23 Organisationen ausgezeichnet. Manche erhielten den Preis mehrfach. So bekam zum Beispiel die Forscherin Marie Curie sowohl den Physik- als auch den Chemienobelpreis. Linus Pauling wurde die Auszeichnung in Chemie und Frieden verliehen. Am häufigsten wurde das Internationale Rote Kreuz geehrt. Drei Mal erhielt es den Friedensnobelpreis.

Verliehen werden die Preise seit 1901. Sie gehen auf das Testament des Großindustriellen und Wissenschaftlers Alfred Nobel zurück. Der Erfinder des Dynamits stiftete den Großteil seines Vermögens für die Auszeichnungen, die seinen Namen tragen. Er wollte damit die wichtigsten Entdeckungen, Erfindungen, Fortschritte, literarischen Werke und Friedensbemühungen einzelner Personen würdigen lassen. Der einzige Preis, der nicht auf Nobels Testament zurückgeht, ist die umstrittene Auszeichnung für Ökonomie. Sie wurde 1968 von der Schwedischen Reichsbank eingeführt.

Die Nobelstiftung berichtet auch auf Twitter und Facebook über die Preisträger.