Im Nahen Osten ist offenbar die Übertragung westlicher TV- und Radio-Programme gezielt gestört worden. Anfang der Woche hätten Störsignale aus Syrien die Ausstrahlungen behindert, sagte eine Sprecherin des Satellitenbetreibers Eutelsat. Laut Frankfurter Allgemeiner Zeitung ( FAZ ) waren neben Sendungen der BBC und Voice of America auch Angebote der Deutschen Welle (DW) betroffen. Die Störungen seien laut einer Eutelsat-Sprecherin zu Beginn der Woche aufgetreten. Sie seien "absichtlich und zeitlich begrenzt" gewesen.

Wie die FAZ berichtet, vermutet die DW den Iran hinter der Attacke gegen ihr Programm. Laut FAZ bereitet der Sender mit anderen Auslandssendern eine gemeinsame Resolution vor. DW-Intendant Erik Bettermann protestierte gegen die Störungen.

Dem Bericht zufolge hat der Iran in den vergangenen Jahren wiederholt die Ausstrahlung von DW und BBC gestört. Der jüngste Übergriff stehet demnach im Zusammenhang mit der Abschaltung der Übertragung von 19 iranischen Programmen über den Satelliten Hotbird. Eutelsat und das britische Unternehmen Arqiva waren mit der Abschaltung Sanktionen der EU gegen den Iran nachgekommen.

"Versuch, freien Zugang zu Informationen zu verhindern"

Der britische Rundfunksender BBC bestätigte eine Beeinträchtigung des englischsprachigen Fernsehsenders BBC World News und des arabischsprachigen Angebots des Senders, sowie der auf Englisch und Arabisch berichtenden BBC-Radiostationen. Die BBC verurteile die "offenkundige Verletzung" der internationalen Regeln über die Nutzung von Eutelsat sowie den Versuch, den "freien Zugang zu Informationen" zu behindern, sagte eine BCC-Sprecherin.

Zu möglichen Urhebern der Störung äußerte sich die BBC indes nicht. In der Vergangenheit waren bereits BBC-Sendungen auf Farsi gestört worden, der Sender machte damals den Iran verantwortlich.