Das Norwegische Nobelkomitee wird den Friedensnobelpreis in diesem Jahr an die Europäische Union (EU) vergeben. Sie und ihre Vorgängerorganisationen hätten mehr als sechs Jahrzehnte lang zur Förderung von Frieden und Versöhnung, Demokratie und Menschenrechten in Europa beigetragen, begründete das Komitee die Ehrung. Politiker und Repräsentanten der EU und ihrer Mitgliedsländer zeigten sich hoch erfreut.

Herman van Rompuy, Ratspräsident der Europäischen Union:
"Wir sind alle sehr stolz, dass die Bemühungen der EU anerkannt werden, den Frieden in Europa zu bewahren. Europa hat zwei Kriege im 20. Jahrhundert erlebt, und wir haben dank der Europäischen Union Frieden geschaffen. Damit ist die Europäische Union der größte Friedensstifter in der Geschichte."

José Manuel Barroso, Präsident der EU-Kommission :
"Es ist eine große Ehre für die gesamte EU, alle 500 Millionen Bürger, mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet zu werden. Das Nobel-Komitee hat eine sehr wichtige Botschaft nach Europa gesendet: Dass die EU etwas sehr Kostbares ist, dass sie in Ehren gehalten wird, zum Wohl der Europäer und der ganzen Welt."

Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments :
"Die EU ist ein einzigartiges Projekt, das Krieg durch Frieden ersetzt hat, Hass durch Solidarität. In der EU geht es um Versöhnung und damit kann sie als eine Inspiration dienen. Wir im EU-Parlament sind tief bewegt."

Angela Merkel, Bundeskanzlerin:
"Das ist eine wunderbare Entscheidung. Das ist Ansporn und Verpflichtung zugleich – auch für mich ganz persönlich."

Guido Westerwelle, Bundesaußenminister :
"Das ist eine großartige Entscheidung, die mich stolz und glücklich macht. Die europäische Integration ist das erfolgreichste Friedensprojekt der Geschichte. Aus den Trümmern von zwei schrecklichen Weltkriegen sind Frieden und Freiheit gewachsen, aus Erbfeinden sind gute Freunde und untrennbare Partner geworden."

Anders Fogh Rasmussen, Nato-Generalsekretär :
"Die Europäische Union hat eine entscheidende Rolle dabei gespielt, die Wunden der Geschichte zu heilen sowie Frieden, Versöhnung und Zusammenarbeit quer durch Europa zu fördern.

Elmar Brok, CDU-Europaabgeordneter:
"Die EU hat Krieg in Europa unmöglich gemacht. Der Preis ist gerade in der schweren Zeit ein wichtiges Zeichen der Ermutigung, dass wir die Finanzkrise bewältigen. Die Anerkennung ist lange verdient, denn die Einigung ist die erfolgreichste Friedensmission vielleicht in der ganzen Weltgeschichte."

Helmut Kohl, Altbundeskanzler:
"Als Europäer haben wir heute allen Grund, stolz zu sein. Der Preis ist auch eine Ermutigung für uns alle, auf dem Weg des geeinten Europa weiter voranzugehen."

Gerhard Schröder, Altbundeskanzler :
"Für das Zusammenwachsen Europas kommt sie zum richtigen Zeitpunkt und stärkt die Kräfte, die sich für eine weitere Integration der Europäischen Union einsetzen. Sie ist eine deutliche Absage an Nationalismus und Kleinstaaterei."

Ronald S. Lauder, Präsident des Jüdischen Weltkongresses:
"Als der Eiserne Vorhang niedergerissen wurde und die diktatorischen Regime in Zentral- und Osteuropa weggeschwemmt wurden, war es die EU, die den neuen Demokratien eine Perspektive geboten und von chauvinistischen Verlockungen abgesehen hat. Heute bleibt die Europäische Union trotz der Wirtschafts- und Finanzkrise ein Vorbild für andere Regionen in der Welt."

Renate Künast, Fraktionschefin der Grünen:
"Freude, schöner Götterfunken"