In Griechenland hat am heutigen Donnerstag ein Generalstreik begonnen, der das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen bringen soll. Ministerien, Schulen und zahlreiche andere staatliche Institutionen blieben geschlossen, Ärzte behandeln nur Notfälle.

Der Ausstand beeinträchtigt das Verkehrssystem: Der Fährverkehr brach zusammen, es laufen keine Fähren mehr zu den Ägäis-Inseln aus, berichtete das staatliche Fernsehen. Auch die Eisenbahnen werden bestreikt. Wegen einer dreistündigen Arbeitsniederlegung der Fluglotsen annullierten Fluglinien zahlreiche Inlandsflüge. Andere Flüge starteten mit erheblichen Verzögerungen. Auch die Taxifahrer setzten ihren Dienst aus. Zudem blieben zahlreiche Museen und antike Stätten geschlossen.

Die Gewerkschaften wollen mit dem landesweiten Ausstand gegen die neuen Sparmaßnahmen protestieren, zu denen sich das Land im Gegenzug für internationale Milliardenhilfen verpflichtet hat. Geschäfte und Behörden bleiben geschlossen. Auch der Nahverkehr in Athen , Häfen oder die Flugsicherung ist von dem Streik betroffen, der 24 Stunden dauern soll. Tausende Polizisten sollen in Athen im Einsatz sein, wo mehrere Demonstrationen geplant sind.

Vierter Generalstreik in 2012

Die Dachorganisationen der Angestellten des Privatsektors (GSEE) und des öffentlichen Sektors (Adedy) riefen zu Kundgebungen in Athen und anderen Städten auf. Mit dem Generalstreik solle kurz vor dem EU-Gipfel die Botschaft vermittelt werden, dass die Belastung der Gesellschaft eine kritische Grenze erreicht habe, teilten die Gewerkschaften mit. Die GSEE kritisierte, dass ausschließlich Arbeitnehmer und Rentner die Last der Wirtschaftskrise tragen müssten.

Es ist der vierte Generalstreik in Griechenland in diesem Jahr . Die Regierung will im November weitere Kürzungsmaßnahmen durchs Parlament bringen, um die Forderungen der Gläubiger-Troika aus EU-Kommission , Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank zu erfüllen.

Griechenlands Regierung und die Troika hatten sich am Mittwoch in den Verhandlungen über das neue Sparpaket weitgehend geeinigt , das Einsparungen in Höhe von 13,5 Milliarden Euro vorsieht. Vorgesehen sind auch weitere Einschnitte bei Sozialleistungen sowie im Gesundheitssystem. Offene Fragen sollen in den kommenden Tagen geklärt werden. Griechenland wäre ohne die Hilfen zahlungsunfähig.