Als erster französischer Staatschef hat François Hollande das Pariser Massaker vom 17. Oktober 1961 als solches anerkannt. "Am 17. Oktober 1961 sind Algerier , die für ihr Recht auf Unabhängigkeit demonstriert haben, durch blutige Repression getötet geworden", sagte Hollande. Die Republik erkenne diese Tatsachen in aller Klarheit an und verurteile sie. Er gedenke der Opfer.

Vor 51 Jahren hatten französische Sicherheitskräfte eine friedliche Kundgebung der algerischen Unabhängigkeitsbewegung niedergeschlagen . Anlass der Kundgebung war ein Ausgehverbot für Algerier, das der Pariser Polizeipräfekt Maurice Papon (1910-2007) verhängt hatte. Er wurde später wegen Kollaboration mit den Nazis zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Offiziell starben bei dem lange verschwiegenen Gewaltakt drei Menschen, 55 wurden verletzt. Später bargen Helfer jedoch viele Leichen aus der Seine. Im Frühjahr 1998 wurde die Zahl auf 32 Tote korrigiert. Linke französische Senatoren und Historiker bezifferten deren Zahl jedoch auf mindestens 200.

Sarkozy erkannte Massaker nicht an

Zum 50. Jahrestag des Massakers hatten zahlreiche Politiker und Prominente die Regierung in Frankreich aufgefordert, das Massaker anzuerkennen. Hollande hatte dazu eine Petition der Internetzeitung Mediapart unterzeichnet. Sein Vorgänger Nicolas Sarkozy hatte damals eine Entschuldigung abgelehnt.

Am 17. Oktober 2001 hatte der sozialdemokratische Bürgermeister von Paris , Bertrand Delanoë , eine Gedenktafel am Pont Saint-Michel eingeweiht, die an das Ereignis erinnert. Die konservative Opposition im Stadtrat von Paris boykottierte die Zeremonie.