Der frühere bosnische Serbenführer Radovan Karadžić hat vor dem UN-Tribunal zum früheren Jugoslawien in Den Haag erneut alle Anschuldigungen des Völkermords und der Verbrechen gegen die Menschlichkeit zurückgewiesen. "Ich habe alles getan, um einen Krieg zu verhindern", sagte Karadžić . "Statt hier als Angeklagter zu erscheinen, sollte ich ausgezeichnet werden."

Der 67-Jährige, der sich selbst verteidigt, will beweisen, dass er am Völkermord von Srebrenica 1995 unschuldig ist. Er sei ein "milder und toleranter Mensch", sagte Karadžić.

Der frühere Militärführer will zu seiner Verteidigung insgesamt 300 Zeugen aufrufen. Karadžić war 2008 nach 13 Jahren Flucht in Belgrad festgenommen worden. Sein Prozess hatte 2009 begonnen. Die Anklage hatte ihre Beweisführung im Mai abgeschlossen.

Insgesamt starben im Bosnienkrieg zwischen 1992 und 1995 etwa 100.000 Menschen. Rund 2,2 Millionen weitere Menschen wurden vertrieben. Allein bei dem Massaker von Srebrenica vom Juli 1995 wurden etwa 8.000 muslimische Jungen und Männer verschleppt und getötet.