US-Präsident Barack Obama und sein Herausforderer Mitt Romney können auch anders miteinander umgehen: Zwei Tage nach ihrem erbitterten TV-Duell haben sie es in New York bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung der katholischen Erzdiözese mit Humor versucht, dabei aber trotzdem die Schwächen des jeweils anderen angesprochen.

So spielte Obama auf den Reichtum des Multimillionärs Romney an: "Ich war heute in Midtown New York in ein paar Geschäften einkaufen.... während der Gouverneur ein paar Geschäfte einkaufen war", sagte der Präsident. Auch die außenpolitischen Patzer seines Herausforderers bei dessen Europatrip ließ er nicht aus. Er selbst sei ja vor vier Jahren in Europa wie ein Star empfangen worden, sagte Obama. "Ich bin beeindruckt, wie Gouverneur Romney das vermieden hat."

Obama teilte nicht nur aus, sondern thematisierte auch seine schwache Leistung beim ersten TV-Duell . "Ich habe gelernt, dass dir an deinem Hochzeitstag Schlimmeres passieren kann, als den Kauf eines Geschenkes zu vergessen", sagte Obama. Zu seinem aggressiveren Auftreten beim zweiten Duell sagte er: "Ich war bei der zweiten TV-Debatte so aktiv.…weil ich von dem Nickerchen bei der ersten Debatte gut ausgeruht war."

Auch Romney kann Humor

Doch auch der vermeintlich humorlose Romney ging aus sich heraus. Mit Blick auf die Bill-Clinton-Rede beim Wahlparteitag der Demokraten sagte der Republikaner zu Obama: Jeder Politiker brauche jemanden, auf den er sich voll verlassen und dem er 100 Prozent vertrauen kann. "Ich habe meine wunderschöne Ehefrau Ann, er hat Bill Clinton."

Zum Ende verabschiedete sich Romney mit einem Papst-Witz. Obama treffe Papst Benedikt und sage diesem: "Sehen Sie, Heiliger Vater, was immer Sie für ein Problem haben, sagen sie einfach, es ist die Schuld von Johannes Paul." Romney spielte damit auf Obamas Taktik an, die Probleme seiner Amtszeit allzu häufig als Erbe seines Vorgängers George W. Bush darzustellen.

Im Fall einer Wahlniederlage will Romney die Politik verlassen

Bei dem Abendessen waren unter anderem die ehemaligen Außenminister Henry Kissinger und Cyrus Vance dabei. Es heißt, die Kirche habe rund fünf Millionen Dollar an Spenden gesammelt.

Romneys Frau hatte zuvor eine durchaus ernsthafte Aussage über ihren Mann getroffen: Im Falle einer Niederlage bei der Wahl am 6. November würde Romney seine politische Karriere beenden, sagte sie dem Fernsehsender ABC. "Er wird nicht wieder antreten, noch würde ich es tun."