Aus der zweiten TV-Debatte zwischen US-Präsident Barack Obama und dem Republikaner Mitt Romney ist ersten Umfragen zufolge der Amtsinhaber als Sieger hervorgegangen. Laut einer von CNN veröffentlichten Erhebung lag Obama mit 46 Prozent vor Romney mit 39 Prozent. Der Sender CBS berichtete von 37 Prozent für den Demokraten und 30 Prozent für den Herausforderer.

Fast drei Viertel der Zuschauer der Debatte waren laut der CNN-Umfrage der Meinung, dass Obama sich besser geschlagen hatte als erwartet. Bei Romney war nur jeder Vierte dieser Meinung. Nahezu jeder Dritte schätze die Leistung des Republikaners hingegen schlechter ein als erwartet, bei Obama nur jeder Zehnte. In der CBS-News-Umfrage attestierten 55 Prozent der Zuschauer Obama, direkt auf die Fragen geantwortet zu haben, bei Romney waren es 49 Prozent.

Obama hatte sich in dem TV-Duell deutlich kampfeslustiger gezeigt als bei der ersten Begegnung Anfang des Monats. Damals hatte Romney anschließend in Umfragen deutlich zugelegt. "Obama zeigte den Kampfgeist, den er in der erste Debatte vor zwei Wochen nicht gezeigt hat", kommentiert denn auch die New York Times nur Minuten nach dem Rededuell.

"Barack is back"

"Romney hatte einen soliden Auftritt, aber Obama die Nase vorn", sagte der CNN-Experte David Gergen. Die Washington Post schreibt, Obama habe keinen so klaren Sieg errungen, obwohl er diesmal der Bessere gewesen sei. Obama sei zu leidenschaftlich – und damit ein wenig zu stürmisch – in das Duell gestartet. Doch habe er sich nach der ersten Viertelstunde gefangen und den richtigen Ton gefunden: ernsthaft, nüchtern und dennoch schlagkräftig.

"Barack is back" titelt die Huffington Post . "Der Präsident hat wieder Boden gewonnen." Es sei noch einmal klarer geworden, für was beide Kandidaten stehen – und wo die Unterschiede liegen. Obama habe in vielen Themenbereichen gepunktet. Im Bereich Wirtschaft sei dennoch Romney der Sieger geblieben und dies könne am Ende den Unterschied machen.

Republikaner sehen keine Trendwende

Das Urteil von Experten fiel ebenfalls zu Gunsten von Obama aus. "Die Demokraten werden beruhigt sein, dass der Präsident wieder in die Offensive drängt", sagte Politikprofessorin Linda Fowler vom Dartmouth College. Bei den Republikanern werde dagegen die Enttäuschung überwiegen, dass Romney den Erfolg des ersten TV-Duells nicht habe wiederholen können. John Pitney, Professor am Claremont McKenna College, bescheinigte dem Präsidenten ebenfalls den besseren Auftritt: "Es war knapp, aber der Vorteil liegt bei Obama."

Die Republikaner zeigten sich dennoch davon überzeugt, dass ihr Kandidat drei Wochen vor der Wahl weiter im Aufwind ist. "Ich denke, die erste Debatte hat die Richtung dieses Rennens geändert", sagte Romneys Berater Eric Fehrnstrom. Am Dienstagabend sei nichts passiert, was den Trend drehen würde .