Vor dem dritten TV-Duell liegen US-Präsident Barack Obama und sein Herausforderer Mitt Romney in den Umfragen nahezu gleichauf. Einige Meinungsforschungsinstitute sehen den Amtsinhaber zwar leicht im Aufwind , nachdem er eine gute Figur in der zweiten Fernsehdebatte gemacht hatte. Doch sind die Zugewinne so gering, dass sie auch auf statistischen Schwankungen beruhen könnten.

Seit Beginn des Jahres führt die Huffington Post alle wichtigen Umfrageergebnisse zusammen . Demnach liegt Obama aktuell landesweit gerade einmal 0,4 Prozentpunkte vor Romney. Diese Differenz aber ist in den Tagen nach dem zweiten TV-Duell entstanden, zuvor hatten die beiden Kontrahenten etwa die gleichen Ergebnisse.

Intensive Vorbereitung auf die dritte Debatte

Die dritte Fernsehdebatte wird am Montagabend stattfinden, nach deutscher Zeit am frühen Dienstagmorgen. Es ist das letzte Aufeinandertreffen vor der Wahl am 6. November und damit für beide Männer die letzte große Chance, sich landesweit in Szene zu setzen.

Entsprechend intensiv bereiteten sie sich am Wochenende vor: Romney in einem Hotel in Florida – dem Bundesstaat, wo auch die Debatte stattfindet – und Obama in Camp David in Maryland . Laut Plan soll die Debatte ausschließlich um die Außenpolitik gehen.

Auf diesem Gebiet hat Obama eigentlich Erfolge vorzuweisen. Insbesondere wurde während seiner Amtszeit nach jahrelanger Suche Al-Kaida-Chef Osama bin Laden aufgespürt und von US-Soldaten getötet.

Attacken in Libyen sind ein Streitthema

Allerdings stand der Präsident in den vergangenen Tagen wegen des tödlichen Angriffs auf die US-Vertretung in Libyen unter Druck: Hochrangige Mitglieder des Geheimdienst-Ausschusses im Senat – Demokraten wie Republikaner – wollen wissen, warum Regierungssprecher zunächst die mutmaßliche Verwicklung der Al Kaida heruntergespielt hatten. Doch das konnte Romney bei der zweiten Debatte nicht für sich nutzen. Im Gegenteil: Er patzte, als er Obama bei diesem Thema angriff.

Eine Rolle könnte im letzten TV-Duell auch ein Bericht der New York Times spielen. Die Zeitung hatte unter Berufung auf US-Regierungskreise berichtet, dass nach der Wahl Atomgespräche mit dem Iran geplant seien. Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates wies den Bericht umgehend zurück. Romney wirft Obama im Wahlkampf immer wieder vor, nicht hart genug gegen den Iran vorzugehen.

Aus der ersten TV-Debatte war Romney überraschend eindeutig als Sieger hervorgegangen. In Umfragen schloss er anschließend zu Obama auf. Nach dem zweiten Aufeinandertreffen sprachen die Fernsehzuschauer Obama überwiegend den Sieg zu .