Der Iran soll sich nach dem Willen des Syrien-Sondergesandten der Vereinten Nationen, Lakhdar Brahimi, an einer Friedenslösung für Syrien beteiligen. Der Iran sollte "Teil vom Ende des Albtraums" in Syrien sein, sagte Brahimi in Teheran . Die UN und die Arabische Liga wollten in erster Linie ein Ende der Gewalt in Syrien. Dafür müssten die Verbündeten beider Seiten sich für eine sofortige Entwaffnung der Konfliktparteien einsetzen, sagte Brahimi.

Der iranische Außenminister Ali-Akbar Salehi versprach die "volle Unterstützung" Irans für Brahimis Vorschläge. "Wir sind der Auffassung, dass sowohl Herr Brahimi als auch die UN in diesem Konflikt neutral sind und das Wohl Syriens wollen", sagte Salehi. Eine Einmischung der nicht neutralen Parteien würde zu keiner Lösung des Konflikts führen, so der Minister.

Brahimi war am Samstag nach Gesprächen in der Türkei und Saudi-Arabien in Teheran eingetroffen, um mit Salehi die Lage in Syrien zu besprechen. Brahimis Vorgänger Kofi Annan hatte zwei Mal in den vergangenen Monaten in Teheran versucht, die iranische Führung in einen Friedensplan für Syrien einzubeziehen. Der Iran zählt zu den letzten engen Verbündeten des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

Syriens Luftwaffe setzte offenbar Streubomben ein

Während sich die Lage zwischen dem Iran und der UN anscheinend entspannt, droht der Konflikt zwischen Syrien und der Türkei weiter zu eskalieren. Nach der erzwungenen Landung eines syrischen Passagierflugzeuges in Ankara und wiederholten Grenzscharmützeln sperrte erst Syrien seinen Luftraum für türkische Maschinen , dann zog die Regierung in Ankara nach . Zuvor hatte sich Damaskus noch offen für eine Sicherheitskooperation mit dem Nachbarn im Grenzkonflikt gezeigt. Im türkischen Grenzgebiet schlagen immer wieder Granaten aus Syrien ein. Die Türkei reagierte mit Gegenbeschuss .

Laut Menschenrechtsaktivisten setzte die syrische Luftwaffe in den vergangenen Tagen erneut Streubomben ein . Wie Human Rights Watch (HRW) mitteilte , wurde die Streumunition aus Hubschraubern auf Gebiete nahe der Autobahn zwischen Damaskus und Aleppo abgeworfen. Die Bomben verteilen große Mengen von Sprengkörpern über weite Flächen, Menschen werden wahllos verletzt und getötet.

Nach Angaben der Opposition kamen am Wochenende landesweit mehr als 200 Menschen ums Leben. Syrische Aktivisten berichteten zudem, dass es in der Nähe der Hauptstadt Damaskus, im Ort Darija einen Fund von mindestens 100 Leichen gegeben hätte. Die Menschen seien vermutlich exekutiert worden. Die Angaben konnten nicht von unabhängiger Seite überprüft werden.