Aus Syrien abgefeuerte Artilleriegranaten haben in der Türkei mindestens fünf Menschen getötet. Eine Granate traf in dem Grenzort Akcakale ein Haus und tötete eine Frau und ihre vier Kinder. Das berichtete der Nachrichtensender CNN Türk unter Berufung auf lokale Behörden.

Der Ort Akcakale in der Provinz Sanliurfa liegt unmittelbar an der Grenze zu Syrien; der benachbarte Grenzübergang Tell Abjad war lange Zeit umkämpft. Er war im September von den Rebellen eingenommen worden.

Neben der tödlichen Granate schlugen mindestens zwei weitere Geschosse in dem Ort ein. Mindestens 13 Menschen wurden verletzt, darunter mehrere Polizisten. Fernsehsender zeigten Dorfbewohner, die in Panik über die Straßen rannten oder Deckung suchten. Nach dem Angriff protestieren wütende Bewohner vor dem Rathaus, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Außenminister Ahmet Davutoglu berief ein Krisentreffen ein und telefonierte mit dem UN-Sondergesandten für Syrien, der noch in dieser Woche in die Krisenregion zurückkehren will. Das Verhältnis zwischen Syrien und der Türkei ist angespannt , weil die Türkei syrische Bürgerkriegsflüchtlinge aufnimmt und auch die Rebellen unterstützt . Seit Beginn des Bürgerkriegs sind mehr als 93.000 Menschen aus Syrien in die Türkei geflohen.

Autobomben in Aleppo und Deir as-Saur

In den umkämpften syrischen Städten Aleppo und Deir as-Saur explodierten am Mittwoch insgesamt fünf Autobomben vor öffentlichen Gebäuden. Bei allen fünf Explosionen seien vor allem Angehörige der Regierungstruppen getötet worden, meldeten Aktivisten.

Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter sprach von 48 Toten und etwa 100 Verletzten alleine in Aleppo. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, 31 Menschen seien durch die ersten drei Autobomben getötet worden. Aus Deir as-Saur, wo eine in einem Kleinlaster versteckte Bombe direkt vor dem Gebäude der sogenannten Behörde für Politische Sicherheit explodierte, lagen keine Opferzahlen vor.

Aus Syrien gibt es derzeit keine Informationen unabhängiger Stellen, was die Einschätzung der wahren Lage erschwert. Insgesamt sollen am Mittwoch in Syrien landesweit 136 Menschen getötet worden sein.

Das syrische Fernsehen zeigte Bilder von Leichen und zerstörten Gebäuden im Stadtzentrum von Aleppo. Staatsmedien und die Opposition berichteten übereinstimmend, die ersten drei Sprengsätze seien vor dem Offiziersclub auf dem Saadallah-al-Dschabri-Platz in Aleppo explodiert. Auch ein daneben liegendes Hotel, das von der örtlichen Handelskammer genutzt wird, sei in Mitleidenschaft gezogen worden. Eine weitere Autobombe ging den Angaben zufolge in der Nähe des Gebäudes der Handelskammer an der Al-Mutanabbi-Straße in die Luft.