Das von islamistischen Rebellen bedrohte Mali bekommt militärische Hilfe von den Vereinten Nationen . Der UN-Sicherheitsrat verabschiedete am Freitag einstimmig eine Resolution, die Unterstützung für eine afrikanische Friedenstruppe zusagt. Zuvor sollten aber noch einmal alle diplomatischen Möglichkeiten ausgelotet werden. Die Regierung des westafrikanischen Staates hatte die UN zuvor um Hilfe gebeten.

Dabei geht es nicht um eine Schutztruppe im direkten Auftrag der Vereinten Nationen. Stattdessen könnte die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas oder die Afrikanische Union selbst eine Truppe aufstellen. Über eine Unterstützung soll aber erst nach einem Bericht von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zur Situation im Land entschieden werden, der in spätestens 45 Tagen vorliegen muss.

Die UN-Staaten sollen dann mit Ausrüstung und Logistik helfen. Vor allem sollen ausländische Experten in Mali die Regierungstruppen ausbilden. Ähnliche Pläne werden auch von der Europäischen Union geprüft. Die EU will darüber am Montag entscheiden, die UN-Resolution soll als Grundlage dienen.

Brutale Gewalt gegen die Zivilbevölkerung

In der von Frankreich eingebrachten Resolution wird zudem vor den islamistischen Milizen und Al-Kaida im islamischen Maghreb gewarnt und auf von ihnen begangene Menschenrechtsverletzungen hingewiesen.

Zwangsprostitution und Vergewaltigungen seien im Norden Malis weitverbreitet, sagte der stellvertretende UN-Generalsekretär für Menschenrechte, Ivan Šimonović. Frauen und Kindersoldaten würden für weniger als tausend Dollar verkauft. Erschießungen gefangener Soldaten und Vergewaltigungen seien systematisch. "Die Bevölkerung leidet", sagte Šimonović.

Norden unter islamistischer Kontrolle

In Mali hatte Ende März eine Gruppe Soldaten den langjährigen Präsidenten Amadou Toumani Touré entmachtet. Danach gelang es Tuareg-Rebellen und mit ihnen verbündete Islamisten, innerhalb weniger Tage weite Teile des Nordens unter ihre Kontrolle zu bringen.

Anschließend vertrieben die Islamisten wiederum die Tuareg-Rebellen aus den meisten großen Städten, führten das islamische Recht der Scharia ein und unterdrücken seitdem mit brutaler Gewalt die Zivilbevölkerung. Mehrere der Gruppen sollen Verbindungen zum nordafrikanischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida unterhalten.