Die Regierung in Washington will nach dem Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan Ende 2014 rund 10.000 Soldaten im Land belassen. Dies berichten die New York Times und das Wall Street Journal und berufen sich dabei auf nicht namentlich genannte ranghohe US-Regierungsmitarbeiter.

Beiden Zeitungen zufolge entsprechen die Pläne den Forderungen des US-Oberkommandierenden in Afghanistan, General John Allen . Dieser habe eine Truppenstärke von 6.000 bis 15.000 Soldaten empfohlen.

Diese Zahl dürfte Experten überraschen, gingen sie doch davon aus, dass für die Erfüllung der Aufgaben nach 2014 etwa 30.000 Soldaten nötig seien. Zu den Hauptaufgaben gehören dann die Ausbildung afghanischer Truppen und der Kampf gegen Extremisten.

Für Kampfeinsätze sollen etwa 1.000 US-Soldaten zur Verfügung stehen, berichtet die New York Times . Gleichzeitig sollen aber auch mehrere Tausend nicht-amerikanische Nato-Soldaten die US-Truppen in Afghanistan unterstützen.

Derzeit sind rund 67.000 US-Soldaten in Afghanistan stationiert, hinzukommen 37.000 Nato-Soldaten und insgesamt 337.000 afghanische Soldaten und Polizisten. Mitte November begannen die USA und die afghanische Regierung mit Gesprächen über die nach dem Abzug 2014 in Afghanistan verbleibenden US-Truppen.

Präsident Hamid Karsai ist dem Vernehmen nach bereit, US-Soldaten im Land weiter zu belassen. Nach Informationen des Wall Street Journal ist jedoch eine der Kernforderungen Karsais , dass die US-Soldaten afghanischer Gerichtsbarkeit unterstellt werden.