Die Zahl der zivilen Opfer im Afghanistan-Krieg ist erstmals seit Beginn der Zählung im Jahr 2007 zurückgegangen. 2.754 Zivilisten seien im vergangenen Jahr getötet worden, zwölf Prozent weniger als im Vorjahr, teilte die Mission der Vereinten Nationen in Afghanistan (Unama) mit. Insgesamt starben damit in den vergangenen sechs Jahren 14.728 Zivilisten.

Die Zahl der Verletzten nahm demnach im vergangenen Jahr marginal auf 4.805 zu. Aufständische wie die Taliban sind für 81 Prozent der getöteten und verletzten Zivilisten verantwortlich, Nato-geführte Truppen und afghanische Sicherheitskräfte für acht Prozent. Die verbliebenen elf Prozent hätten keiner Konfliktpartei zugeordnet werden können.

Der UN-Sondergesandte für Afghanistan , Jan Kubis, äußerte sich erleichtert. "Dennoch bleiben die Kosten an Menschenleben in dem Konflikt nicht hinnehmbar", sagte er.

Um "atemberaubende 700 Prozent" zugenommen habe die Zahl der Opfer bei Angriffen Aufständischer auf zivile Regierungsmitarbeiter , hieß es in dem UN-Bericht. "Besonders Besorgnis erregend" sei, dass die von Taliban angeführten Aufständischen es gezielt auf weibliche Behördenmitarbeiter abgesehen hätten. Dies zeigte sich beispielsweise in der Tötung der Leiterin der Frauenbehörde der Provinz Laghman im vergangenen Dezember und deren stellvertretender Leiterin im Juli.