Die Präsidentenwahl in der Südkaukasusrepublik Armenien hat Amtsinhaber Sersch Sargsjan klar gewonnen. Der russlandfreundliche 58-Jährige habe 58,64 Prozent der Stimmen erhalten, teilte die Zentrale Wahlkommission mit. Sargsjan steht damit vor einer zweiten Amtszeit bis 2018. Dann darf er laut Verfassung nicht erneut kandidieren.

Sargsjans größter Konkurrent, der ehemalige Außenminister Raffi Owanissjan, kam nach Auszählung aller Wahlzettel auf 36,75 Prozent. Die übrigen fünf Kandidaten waren bei der Abstimmung in der verarmten ehemaligen Sowjetrepublik weit abgeschlagen. Die Wahlbeteiligung betrug nach offiziellen Angaben 60,05 Prozent. Etwa 2,5 Millionen Wahlberechtigte waren zur Stimmabgabe aufgerufen.

"Diese Wahlen haben einmal mehr bewiesen, dass unser Volk in den entscheidenden Momenten zusammenstehen und die richtigen Entscheidungen treffen kann", zitierten Medien Sargsjan.

Owanissjan will Wahlergebnis nicht anerkennen

Owanissjan erkannte Sargsjans Wiederwahl hingegen nicht an und präsentierte sich selbst als Wahlsieger. Sein Sprecher kündigte an, Anhänger der Opposition würden am Dienstagabend gegen die Wahlergebnisse protestieren.

Laut Owanissjans Wahlkampfteam wurde die Abstimmung unter anderem durch Einschüchterungen, Stimmenkauf und Stimmzettelfälschungen manipuliert. Die Polizei wies die Vorwürfe als "offensichtliche Erfindung" zurück.

Die Wahl in der Kaukasus-Republik mit rund drei Millionen Einwohnern hatte große Aufmerksamkeit erhalten, weil bei Auseinandersetzungen nach der Wahl Sargsjans 2008 insgesamt zehn Menschen ums Leben gekommen waren. Die Präsidentschaftswahl gilt als wichtiger Test für das Vorankommen der Demokratie in der früheren Sowjetrepublik.

Wahlbeobachter der Organisation OSZE bescheinigten Armenien Fortschritte, kritisierten zugleich aber einen Mangel an Wettbewerb im Wahlkampf. Es habe Verbesserungen bei der Wahl gegeben, hieß es in einer Erklärung. Allerdings habe die Wahl darunter gelitten, dass es keine "echte Konkurrenz" gegeben habe.