Venezuela hat nach dem Tod von Präsident Hugo Chávez eine siebentägige Staatstrauer angeordnet. Der Leichnam des Präsidenten soll am Mittwochvormittag vom Militärkrankenhaus Carlos Arvelo in die Militärakademie überführt und aufgebahrt werden. Vor dem Krankenhaus versammelten sich am Dienstagabend Hunderte Trauernde. Das Begräbnis, zu dem zahlreiche Staats- und Regierungschefs nach Caracas kommen wollen, findet am Freitag statt. Chávez starb am Dienstag im Alter von 58 Jahren an den Folgen seiner Krebserkrankung .

Laut Verfassung müssen binnen 30 Tagen Neuwahlen ausgerufen werden. Eigentlich müsste Parlamentspräsident Diosdado Cabello die Amtsgeschäfte des Präsidenten bis dahin führen, an seiner Stelle soll aber Vize-Präsident Nicolás Maduro die Interimspräsidentschaft übernehmen. Maduro ist auch der Kandidat der Regierung für die anstehende Präsidentschaftswahl.

Er bezeichnete Chávez als "comandante eterno", als "ewigen Kommandanten". "Wir werden würdige Erben eines Giganten sein", sagte er. Armee und Polizei seien mobilisiert, um "unser Volk zu begleiten und zu schützen". Chávez selbst hatte den 50-jährigen Maduro nach der gewonnenen Wahl im Oktober vergangenen Jahres als Vizepräsidenten berufen und ihn als Wunschnachfolger präsentiert. Maduro hatte auch den Tod des Staatschefs in einer Rundfunkansprache mitgeteilt. Kurz zuvor hatte er bei einem Krisentreffen der Regierung gesagt, dass die Krankheit von Chávez möglicherweise auf eine gezielte Infizierung durch Feinde des Landes zurückzuführen sei.

"Ein großer Lateinamerikaner"

Oppositionsführer Henrique Capriles rief das Land zur Einheit auf. "In diesen schwierigen Augenblicken müssen wir unsere tiefe Liebe und unseren Respekt für unser Venezuela beweisen", sagte Capriles. Er hob seine Solidarität mit den Hinterbliebenen des Staatschefs hervor. Capriles war im Oktober bei der Präsidentenwahl Amtsinhaber Chávez unterlegen. Es wird damit gerechnet, dass er wieder kandidiert.

Mehrere Länder Lateinamerikas , darunter Argentinien , Bolivien und Kuba verhängten ebenfalls eine mehrtägige Staatstrauer. Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff würdigte Chávez als einen "großen Lateinamerikaner".

Kuba reagierte mit Trauer auf die Todesnachricht. Für Revolutionsführer Fidel Castro sei Chávez wie ein "echter Sohn" gewesen und für Staatschef Raúl Castro ein "herzlicher Freund". "Chávez ist auch Kubaner", hieß es in einer Mitteilung der Regierung. Chávez war in Kuba seit Juni 2011 viermal operiert worden und war erst am 18. Februar nach mehr als zwei Monaten von Havanna nach Caracas zurückgekehrt.

Chávez' Tochter María Gabriela dankte für die Anteilnahme. "Ich habe keine Worte. Auf ewig: DANKE! Kraft! Wir müssen Deinem Vorbild folgen. Wir müssen das Vaterland weiter bauen. Auf immer, papito mio", twitterte sie.