So wie es bei kommunistischen Führern Usus war, wird nun auch der Leichnam von Venezuelas Staatspräsident Hugo Chávez einbalsamiert und in Zukunft in einem gläsernen Sarg zu sehen sein. "Auf diese Weise", so Vize-Präsident Nicolás Maduro, "kann das venezolanische Volk den Comandante im Museum der Revolution immer vor Augen haben."

Am Dienstag war der an Krebs erkrankte Chávez im Alter von 58 Jahren gestorben . Er hatte das ölreiche Land mehr als 14 Jahre lang mit seiner Politik der Umverteilung und Verstaatlichung regiert . Mit seinem Tod verliert die Linke in Südamerika einen ihrer bekanntesten, aber auch umstrittensten Wortführer .

Zur offiziellen Trauerfeier an diesem Freitag werden mehr als 30 Staats- und Regierungschefs aus Lateinamerika, Asien, Afrika und Europa erwartet. Bereits zuvor waren mehrere Politiker nach Venzuela gereist, um zu kondolieren. Unter ihnen waren der bolivianische Präsident Evo Morales , Argentiniens Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner und ihr uruguayischer Kollege José Mujica . Der kubanische Staatschef Raúl Castro nahm an einer Trauerzeremonie in Santiago de Cuba teil. Deutschland wird bei der Trauerfeier durch den deutschen Botschafter in Caracas , Walter Lindner, vertreten.

Maduro als Interimspräsident

Derzeit ist Chávez in der Militärakademie Fuerte Tiuna aufgebahrt, wo in den vergangenen beiden Tagen Zehntausende persönlich von dem als "Vater der Nation" verehrten Staatschef Abschied genommen hatten. Maduro kündigte an, dass der Sarg noch weitere sieben Tage aufgebahrt werden soll. Dann steht er allerdings im früheren Museum für Militärgeschichte, wohin er nach der Zeremonie übergeführt werden soll und das zum Museum der Bolivarischen Revolution umgestaltet werden soll.

Maduro, bislang Chávez Stellvertreter und erklärter Wunschnachfolger , leitet derzeit die Amtsgeschäfte kommissarisch und wird im Anschluss an die Trauerfeier offiziell als Interimspräsident vereidigt. Innerhalb der nächsten 30 Tage soll es dann laut Verfassung Neuwahlen geben. Allerdings wurde in Regierungskreisen eingeräumt, dass die Frist aus organisatorischen Gründen vielleicht nicht eingehalten werden könne. In Umfragen lag Maduro im Vergleich zu Oppositionskandidat Henrique Capriles zuletzt deutlich in Führung.