Weltweit haben Staats- und Regierungschefs ihre Trauer bekundet und die Leistungen des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez gewürdigt. Allen voran der enge Verbündete Kuba : Dort und auch in mehreren anderen lateinamerikanischen Ländern – darunter Argentinien und Bolivien – wurde eine mehrtägige offizielle Staatstrauer verhängt. Für Revolutionsführer Fidel Castro sei Chávez wie ein "echter Sohn" gewesen und für Staatschef Raúl Castro ein "herzlicher Freund". "Chávez ist auch Kubaner", hieß es einer Mitteilung der Regierung in Havanna . In Kuba war der krebskranke Chávez viermal operiert worden, bevor er am Dienstag in Caracas starb.

Die USA werteten den Tod des Sozialisten als Chance zum Neuanfang. Nun könne die Demokratie in Venezuela vorangetrieben werden: "Während Venezuela ein neues Kapitel in seiner Geschichte beginnt, engagieren sich die Vereinigten Staaten weiter für eine Politik, die demokratische Prinzipien, Rechtsgrundsätze und den Respekt für Menschenrechte unterstützt", sagte Präsident Barack Obama .

In dieser "herausfordernden Zeit" erneuerten die USA ihre Unterstützung für das venezolanische Volk und ihr Interesse an der Entwicklung einer konstruktiven Beziehung mit der dortigen Regierung, sagte Obama. Wenige Stunden vor dem Tod Chávez' hatten Anschuldigungen von Vizepräsident Nicolás Maduro für Aufsehen gesorgt. Er hatte behauptet, die USA hätten den 58-jährigen Präsidenten gezielt mit Krebs infiziert. Die USA wiesen die "abwegigen Behauptungen" zurück.

UN will zur Entwicklung Venezuelas beitragen

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon würdigte Chávez' Einsatz für die Armen: "Präsident Chávez hat die Herausforderungen und Sehnsüchte derjenigen Venezolaner angesprochen, die am verwundbarsten sind", sagte Ban. Der Staatschef habe sich außerdem um die regionale Integration in Lateinamerika bemüht und Solidarität mit den Nachbarländern gezeigt. Chávez' Beitrag zu den Friedensgesprächen zwischen den Farc-Rebellen und der kolumbianischen Regierung sei von "zentraler Bedeutung" gewesen. Die Vereinten Nationen würden mit Venezuela nach der Ära Chávez weiter bei der Entwicklung des Landes zusammenarbeiten.

Die Europäische Union hofft ebenfalls auf eine Vertiefung der Beziehungen. In einer Erklärung von Ratspräsident Herman Van Rompuy und Kommissionspräsident José Manuel Barroso hieß es: "Venezuela hat sich durch seine soziale Entwicklung und für seinen Beitrag zur regionalen Integration Südamerikas ausgezeichnet."

Außenminister Guido Westerwelle wertete den Tod Chávez' als "tiefen Einschnitt" für das südamerikanische Land. Er setze darauf, dass Venezuela "nach Tagen der Trauer den Aufbruch in eine neue Zeit schafft". Das Land habe "großes Potenzial, und Demokratie und Freiheit sind der richtige Weg, um dieses Potenzial zu verwirklichen", sagte Westerwelle.

Chávez "stand für sein Temperament"

Der britische Außenminister William Hague sprach der Familie des Präsidenten und den Menschen in Venezuela sein Beileid aus: "In 14 Jahren als Präsident von Venezuela hat er eine bleibendes Erbe in seinem Land und darüber hinaus hinterlassen", sagte Hague. Frankreichs Staatschef François Hollande bezeichnete Chávez als streitbaren Kämpfer für Gerechtigkeit. "Der verstorbene Präsident stand für sein Temperament und für Orientierungen, die nicht von jedem geteilt wurden, aber darüber hinaus für einen nicht zu leugnenden Willen, für Gerechtigkeit und Entwicklung zu kämpfen", hieß es.

Russlands Präsident Wladimir Putin und Chinas Führung würdigten Chávez als "herausragenden Anführer". "Er war ein außerordentlicher und starker Mensch, der in die Zukunft blickte und sich selbst stets die höchsten Maßstäbe auferlegte", schrieb Putin nach Kremlangaben an Vizepräsident Nicolás Maduro . Der russische Staatschef lobte zudem Chávez' persönlichen Einsatz für die bilateralen Beziehungen. Parteichef Xi Jinping und Staatspräsident Hu Jintao drückten in dem Schreiben ihr Beileid aus.

Venezuelas Verbündeter Iran rief einen landesweiten Trauertag aus. Präsident Mahmud Ahmadinedschad nannte Chávez ein "Symbol des Widerstands gegen den Imperialismus". Für die venezolanische Nation sei Chávez zum Märtyrer geworden, schrieb Ahmadinedschad.