Die angekündigte Freilassung zweier in Kolumbien entführter Rentner aus Deutschland verzögert sich. Staatschef Juan Manuel Santos teilte über Twitter mit, die ELN-Guerillagruppe habe die beiden Geiseln entgegen den Erwartungen am Donnerstag nicht an das Internationale Rote Kreuz übergeben.

Die Freilassung sei aus logistischen Gründen um einen Tag verschoben worden. Ex-Generalstaatsanwalt Jaime Bernal Cuellar, der an der humanitären Aktion beteiligt ist, sagte, der Einbruch der Dunkelheit habe einen Hubschrauberflug unmöglich gemacht.

Die 69 und 73 Jahre alten Brüder aus Deutschland waren am 3. November im Norden des Landes verschleppt worden . Die Guerilla hatte ihre Tat damit begründet, es handele sich um Spione. Ihre Entführung war erst Anfang Februar bekannt geworden, als die ELN-Guerilla die Familien der Geiseln anschrieb und Informationen über sie verlangte.

Peruaner und Kolumbianer bereits freigelassen

Bei den Entführten handelt es sich um zwei Rentner aus dem Odenwald , die mit einem Geländewagen durch Lateinamerika reisten. Das Auswärtige Amt bestätigte, dass sie mit einem Touristenvisum in der Region unterwegs waren.  

Mitte Februar hatte die ELN bereits zwei Peruaner und drei Kolumbianer freigelassen, die sie einen Monat zuvor in der nördlichen Provinz Bolívar in einem Minenlager als Geiseln genommen hatte. Ein ebenfalls dort von der ELN entführter Kanadier ist weiterhin in Geiselhaft.