Nordkorea will den Besitz von Kernwaffen gesetzlich festschreiben. Das habe das Zentralkomitee der Arbeiterpartei nach Weisung von Diktator Kim Jong Un beschlossen, berichteten staatliche Medien. Der kommunistische Staat bezeichnet sich bereits in seiner Verfassung als Atommacht. Das Regime teilte den Berichten zufolge weiter mit, seine Atomwaffen seien nicht verhandelbar – auch nicht gegen "Milliarden von Dollars".

"Die Atomstreitmacht der Volksrepublik stellt das Leben der Nation dar", wurde Kim Jong Un zitiert. Das Atomwaffenarsenal solle qualitativ und quantitativ erweitert und niemals aufgegeben werden, "solange die Imperialisten und Nukleardrohungen auf der Welt existieren". Zudem wolle Nordkorea eine selbstständige Atomenergieindustrie und einen Leichtwasserreaktor bauen, um die Probleme bei der Stromversorgung zu bekämpfen.

Die Verlautbarungen des Regimes sind das Ergebnis eines Treffens des Politbüros der Arbeiterpartei. Dort wurden neue strategische Linien beschlossen, "um den Aufbau der Wirtschaft und der Atomstreitmacht gleichzeitig zu betreiben", hieß es in den Staatsmedien. Auch die Entwicklung der Weltraumtechnologie solle vorangetrieben werden, etwa bei Kommunikationssatelliten.

Der Streit um das nordkoreanische Atomprogramm und die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hatten in den vergangenen Wochen nach einem Raketenstart sowie einem Atomwaffentest deutlich zugenommen. Der UN-Sicherheitsrat hatte die Sanktionen gegen das Regime ausgeweitet. Als Antwort darauf und wegen einer südkoreanisch-amerikanischen Militärübung hatte Nordkorea zuletzt fast täglich neue Kriegsdrohungen gegen die USA und Südkorea ausgesprochen. Erst am Samstag hatte das Land angekündigt, mit Südkorea in den Kriegszustand zu treten und alle Angelegenheiten zwischen den beiden koreanischen Staaten ab sofort "nach den Vorschriften für Kriegszeiten" zu behandeln.

Am Freitag hatte Nordkoreas Regierung per Befehl die strategischen Raketen des Landes für mögliche Angriffe in Bereitschaft versetzt . Der Befehl wurde als Reaktion auf Übungsflüge zweier Tarnkappenbomber der US-Luftwaffe über Südkorea verstanden.