Die britische Regierung kündigte ernste Konsequenzen an, sollte der Einsatz von Chemiewaffen bestätigt werden. Eine Sprecherin des Außenministeriums teilte mit, der "Einsatz oder die Verbreitung von Chemiewaffen würde eine entschlossene Reaktion der Staatengemeinschaft erfordern". Großbritannien wäre gezwungen, seinen bisherigen Ansatz in der Syrien-Frage zu überprüfen. Die USA haben Präsident Assad bereits mehrfach vor einem Einsatz von Chemiewaffen gewarnt – dadurch würde eine rote Linie überschritten.

Die umkämpfte Stadt Aleppo liegt im Norden des Landes nahe der Grenze zur Türkei. In Grenznähe auf türkischer Seite sind auch rund 300 deutsche Soldaten mit zwei Raketenabwehr-Batterien stationiert. Sie sollen das Nato-Land vor Angriffen aus Syrien schützen. Deutschland, die USA und die Niederlande verfügen als einzige Nato-Staaten über eine Version der Patriot-Abfangrakete, die speziell auf die Abwehr von Chemiewaffen ausgelegt ist.

Bis zu 1.000 Tonnen Kampfstoffe

Die internationale Gemeinschaft befürchtet, dass chemische Kampfstoffe auch in die Hände radikaler Gruppen geraten könnten . In Syrien sollen etwa 1.000 Tonnen chemische Kampfstoffe lagern, darunter Sarin , Senfgas und VX.

Experten von Global Security haben vier mutmaßliche Produktionsstätten ausgemacht: Zum einen nördlich von Damaskus und nahe der Industriestadt Homs . In Hama soll eine Anlage neben Sarin und Tabun auch VX herstellen. Eine vierte Stätte soll sich in der Hafenstadt Latakia am Mittelmeer befinden.