Ein in Syrien verschleppter Deutscher kann sich wieder frei bewegen. Syrische Behörden hätten ihn an den russischen Botschafter in Damaskus übergeben, sagte der syrische Vize-Außenminister Faisal Mukdad.

Der Mann ist Billy Six. Er war für die rechtskonservative Wochenzeitung Junge Freiheit in Syrien unterwegs, wie die Redaktion mitteilte .

Der russische Außenminister Sergej Lawrow habe die syrischen Behörden gebeten, in dem Fall zu vermitteln und sich für die Freilassung des Reporters einzusetzen, sagte Minister Mukdad. "Wir sagten ihm, wir seien bereit zu helfen, betonten aber erneut unseren Vorbehalt gegenüber denjenigen, die illegal nach Syrien einreisen", sagte er. Die Syrer hatten Six wegen illegaler Einreise festgenommen.

Six ist 26 Jahre alt und stammt aus der Nähe von Berlin. Er betreibt eine Vermögens- und Finanzberatung mit Büros in Berlin und im brandenburgischen Neuenhagen – dieser Standort ist auf seiner Website als "ruhend aufgrund Auslandsaufenthalt" bezeichnet. Bilder zeigen dort einen jugendlichen Billx Six – auf den Bildern aus Syrien trägt er dagegen einen Bart und längere Haare.

Fall nicht öffentlich gemacht

Vor wenigen Jahren war Six CDU-Mitglied, Ortsvorsitzender der Jungen Union in Neuenhagen. Er publizierte nach Angaben der lokalen Grünen aber auf der Website der Partei Die Rechte.

Laut Junger Freiheit war Six seit August für die Zeitung in Syrien. Kurz nach Weihnachten habe die Redaktion erfahren, dass Six festgenommen worden sei. Der Kontakt zu dem Reporter sei dann abgebrochen. Um das Leben des Mannes nicht zu gefährden, habe die Redaktion entschieden, den Fall nicht öffentlich zu machen.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte der Nachrichtenagentur AFP , Deutschland habe sich "sehr intensiv" um eine "Lösung des Falls eines bislang in Syrien vermissten deutschen Staatsangehörigen" bemüht. Ob der Deutsche Six ist, ließ sie im Unklaren.