30 bewaffnete Kämpfer aus Syrien haben Soldaten der UN-Friedenstruppen auf den Golanhöhen in Geiselhaft genommen , wie die Vereinten Nationen ( UN ) mitteilten. Mindestens 20 UN-Beobachter seien während ihres regulären Einsatzes von den Rebellen gestoppt worden. Die internationale Organisation habe deshalb Truppen in das Gebiet entsandt, um die Situation zu klären.

Der UN-Sicherheitsrat forderte die sofortige Freilassung der von bewaffneten syrischen Rebellen als Geiseln genommenen UN-Blauhelmsoldaten. Der russische UN-Botschafter und Vorsitzender des Rates, Witali Tschurkin sagte, der Rat verurteile die Geiselnahme scharf. Turschurkin zufolge handelt es sich um mehr als 20 Blauhelmsoldaten. Eine genaue Zahl nannte er nicht. Auch woher die Soldaten stammen, blieb zunächst unklar.

Die UN bestätigten damit ein auf YouTube verbreitetes Video, auf dem zu sehen ist, wie Rebellen einen Konvoi unter ihre Kontrolle bringen. Die Aufständischen fordern darin, dass sich die Streitkräfte des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad aus einem Dorf in der Nähe der Golanhöhen zurückziehen sollten. Dem arabischen Nachrichtensender Al Jazeera zufolge beschuldigt ein Mann die Beobachter in dem Video, mit dem Regierungstruppen zusammenzuarbeiten. 

In den vergangenen Wochen waren mehrfach Granaten und Raketen auf den von Israel annektierten Golanhöhen eingeschlagen. Syrischen Truppen ist ein Zutritt dorthin nicht gestattet. Das Gebiet wird von UN-Friedenstruppen überwacht. "Sie sind unbewaffnet und haben mit dem derzeitigen Konflikt in Syrien nichts zu tun", sagte Tschurkin. "Das ist eine schwerwiegende Missachtung der UN. Anscheinend wollen einige Gruppen derzeit unbedingt die geografischen Grenzen des Syrien-Konflikts ausweiten."

Arabische Liga stellt Mitgliedschaft in Aussicht

In Kairo stellte die Arabische Liga der syrischen Opposition unterdessen eine Mitgliedschaft in Aussicht. Die Außenminister der Liga-Staaten beschlossen, dass die Nationale Syrische Koalition unter dem Vorsitz von Muas al-Chatib bereits am Gipfeltreffen der Liga am 26. März in Katar teilnehmen dürfe. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass das Oppositionsbündnis bis dahin einen Exekutivrat benenne, der diese Aufgabe so lange wahrnehme, bis eine neue syrische Regierung gebildet sei.

Der Libanon , der Irak und Algerien äußerten Bedenken gegen diese Entscheidung, konnten sie aber nicht verhindern. Bereits im November 2011 hatte die Liga die Mitgliedschaft der syrischen Regierung unter Assad wegen der Gewalt des Regimes gegen Demonstranten eingefroren.

Die Rebellen forderten erneut Waffen. Der Stabschef der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA), Oberst Salim Idriss, sagte in Brüssel , wären die Rebellen besser ausgerüstet, würde Assads Regime in Monatsfrist zusammenbrechen. Idriss forderte die Aufhebung des auch innerhalb der EU umstrittenen Waffenembargos gegen Syrien. Das Embargo treffe nicht das von Russland ausgerüstete Regime, sondern die Revolutionäre.