Die ägyptische Justiz hat den Termin für die Parlamentswahl im kommenden Monat gekippt. Das Kairoer Verwaltungsgericht erklärte die bisherigen Pläne für ungültig und entschied zudem, dass das Verfassungsgericht das Wahlgesetz überprüfen muss. Präsident Mohammed Mursi hatte als Termin für den Beginn der Parlamentswahl den 22. April angesetzt.

Die Abstimmung sollte sich in vier Etappen bis in den Juni hinziehen. Die erste Sitzung des neuen Parlaments war für den 2. Juli geplant.

Das wichtigste oppositionelle Bündnis, die Nationale Heilsfront, kündigte Ende Februar an, die Wahl zu boykottieren. Die Gruppe beklagte unter anderem, dass es keine Garantie für einen transparenten Ablauf der Wahlen gebe. Die islamistischen Parteien und einige säkulare Parteien bereiten sich indessen schon auf den Wahlkampf vor.

Ägypten steckt derzeit in einer tiefen politischen Krise. Immer wieder gibt es teils gewalttätige Proteste gegen den islamistischen Präsidenten Mursi. Am Mittwoch gab es wie in den Tagen zuvor Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften in der Küstenstadt Port Said.