Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat die Eröffnung einer Uran-Mine und einer Uran-Umwandlungsanlage angeordnet. In den Gruben Saghand 1 und 2 nahe der Stadt Jasd soll Uran aus einer Tiefe von 350 Metern gewonnen werden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. In Ardakan soll außerdem in der neu eröffneten Anlage Resaienedschad Uranerz zu Roh-Uran, dem sogenannten Yellow Cake, verarbeitet werden – sechzig Tonnen könnten hier jährlich hergestellt und anschließend zu Atombrennstoff angereichert werden.

Die iranische Ankündigung kam drei Tage nach dem Ende der erfolglosen Atomgespräche mit den USA , Russland , China , Frankreich , Großbritannien und Deutschland. Das Treffen hatte zu keinem Ergebnis geführt und war am vergangenen Samstag vertagt worden.

"Die Weltmächte sollten wissen, dass der Iran nun ein Land mit Atomtechnologie ist und keiner dies mehr aufhalten kann", sagte Ahmadinedschad . Der Westen hatte bei den Atomgesprächen erneut die iranische Forderung nach Anerkennung seines Atomprogramms abgelehnt. Das hatte im Iran für Verärgerung gesorgt. Das iranische Parlament drohte mit dem Austritt aus dem Atomwaffensperrvertrag.

Kein technischer Durchbruch

Nach Schätzungen westlicher Experten ist die Uranförderung in den iranischen Anlagen wirtschaftlich ineffektiv. Mit der Ankündigung der Produktionsaufnahme soll offenbar vor allem gezeigt werden, dass der Iran trotz internationaler Sanktionen Atombrennstoff herstellen kann. Weder die Mine noch die Uran-Umwandlung sind für den Iran ein großer technischer Durchbruch, weil es auch in anderen Teilen Irans solche Minen und in Isfahan eine sehr große Konversionsanlage gibt.

Die Internationale Atomenergieagentur IAEA wollte das iranische Vorgehen nicht kommentieren. Nach einer ersten Einschätzung seien die neuen Anlagen aber nicht meldepflichtig, weil sie nur für Vorstufen zur eigentlichen Uran-Anreicherung gedacht seien, hieß es aus diplomatischen Kreisen. Nach geltenden Verträgen müsse der Iran die Agentur erst unterrichten, wenn das Land eine neue Anlage zur Urananreicherung plane.

Der Westen wirft dem Iran vor, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms an Atombomben zu arbeiten. Teheran bestreitet das.