Hassan Ruhani hat seine Kandidatur für die Präsidentenwahl im Iran am 14. Juni bekanntgegeben. Bis 2005 war Ruhani Sekretär des nationalen Sicherheitsrats und gleichzeitig Verhandlungsführer in den Atomverhandlungen mit der europäischen Troika, bestehend aus Großbritannien , Frankreich und Deutschland. Unter Ruhanis Leitung hatte der Iran 2005 sein Uran-Anreicherungsprogramm kurzfristig eingestellt.

In seiner ersten Rede kritisierte Ruhani die Atompolitik von Präsident Mahmud Ahmadinedschad . Er sagte: "Diplomatische Verhandlung ist eine Kunst und nicht jedermanns Sache." Die Atomverhandlungen dürften nicht so geführt werden, dass das Land in eine politische und wirtschaftliche Krise gerate.

"Solange der Präsident UN-Resolutionen als unwichtige Papierschnipsel bezeichnet und finanzielle Sanktionen kleinredet, darf man sich auch nicht über die jetzige Lage wundern, wo das nationale Geld nur noch die Hälfte wert ist", sagte der 64-jährige Geistliche, der einen Doktortitel in Jura hat. Ruhani kritisierte weiter, die Staatsführung habe mit Paranoia und einer Hetzrhetorik das Land an den Rand eine Krieges gebracht.

Ausnahme Mohammed Saeedikia

Ruhani ist einer der ersten ernsthaften Kandidaten des moderaten und reformorientierten Flügels. Bis jetzt haben vor allem konservative Politiker ihre Kandidatur verkündet, mit Ausnahme des unabhängigen, liberalen Kandidat Mohammed Saeedikia , der zuletzt unter Präsident Akbar Rafsandjani und Ahmadinedschad als Verkehrs- und Städtebauminister tätig war.

Unklar ist, ob Ruhani auch Spitzenkandidat der Reformer werden wird – oder doch der ehemalige Präsident Mohammed Chatami , wie von der Mehrheit gefordert. Alle Kandidaten müssen sich vom 15. bis 21. April im Innenministerium registrieren lassen.

Kurz nach Ahmadinedschads Amtsantritt im Sommer 2005 war Rohani wegen diverser Meinungsverschiedenheiten mit dem Präsidenten zurückgetreten. Seitdem leitet er ein Zentrum für strategische Forschung. Er gilt unter Beobachtern als gewiefter Diplomat, mit dem der Westen weitaus einfacher verhandeln könnte als mit Ahmadinedschad.