In Folge eines Nato-Luftangriffs im Osten Afghanistans sind nach Angaben der Provinzregierung zehn Kinder und eine Frau getötet worden. Laut einem Provinzsprecher starben bei dem Angriff neben den Kindern auch acht Kämpfer. Zudem seien sechs Frauen verletzt worden. Der Vorfall habe sich am Samstagabend in der Provinz Kunar an der Grenze zu Pakistan bei einem gemeinsamen Einsatz afghanischer und internationaler Streitkräfte ereignet, hieß es am Sonntag.

Die Aufständischen hätten sich von Freitagabend bis Samstagmorgen ein heftiges Feuergefecht mit den Nato-Truppen und afghanischen Sicherheitskräften geliefert. Ein Haus, in dem sich angeblich ein Taliban-Kämpfer versteckt hatte, sei später bombardiert worden. Ein Isaf-Sprecher bestätigte die Luftunterstützung, aber nicht den Tod von Zivilisten. Man gehe den Berichten über getötete Zivilisten nach, hieß es.

Ein Reuters-Journalist sah die Leichen von elf Kindern, die aufgebrachte Eltern zum Büro des Bezirkschefs Mohammed Sahir Safai brachten. Eine Frauenleiche war nicht zu sehen.

Die Provinz Kunar im Osten des Landes gilt als Hochburg der radikalislamischen Aufständischen. Zahlreiche zivile Opfer der Nato-Luftangriffe fachen den Streit zwischen der Führung in Kabul unter Präsident Hamid Karsai und der Nato immer wieder an. Im vergangenen Jahr war die Zahl der getöteten Zivilisten in Afghanistan aber deutlich gesunken.

Schwere Anschläge im Süden Afghanistans

Bei einem Bombenanschlag am Samstag sind unterdessen fünf US-Amerikaner in der südlichen Provinz Zabul ums Leben gekommen. Unter ihnen war auch eine junge Diplomatin. Zu dem Anschlag bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Wie US-Außenminister John Kerry mitteilte, wurden bei der Explosion in der Provinzhauptstadt Qalat vier weitere Mitarbeiter des Außenministeriums verletzt, einer von ihnen schwer. Bei der Explosion seien auch ein afghanischer Arzt getötet und vier weitere Afghanen verwundet worden, sagte ein örtlicher Sprecher.

Die Bombe sei explodiert, als die US-Vertreter mit afghanischen Kollegen auf dem Weg zu einer Schule in der südlichen Provinz Zabul gewesen seien, wo sie Studenten Bücher überreichen wollten, sagte Kerry. Bei einem weiteren Anschlag im Osten Afghanistans wurde Nato-Angaben zufolge ein US-Zivilist getötet, der für die Regierung in Washington arbeitete.