Die Wortwahl ist neu: Zum ersten Mal hat US-Präsident Barack Obama im Zusammenhang mit dem Einsatz von Chemiewaffen im Syrienkonflikt von Beweisen gesprochen. Es gebe Belege dafür, dass die Waffen eingesetzt worden seien, sagte er auf einer Pressekonferenz in Washington . Trotzdem bleibt Obama zurückhaltend. "Wir wissen nicht, wie sie genutzt wurden, wann sie genutzt wurden und wer sie nutzte."

Die Beweise stellten ihn nun vor die Aufgabe, die verschiedenen "Optionen" zu überdenken. Details nannte Obama nicht. Er habe aber bereits im vergangenen Jahr das Pentagon, das Militär und die Geheimdienste um Vorschläge gebeten. Diese Vorschläge würden über die gegenwärtigen Sanktionen, die Unterstützung der Rebellen und die humanitäre Hilfe hinausgehen.

Bevor er jedoch konkrete Schritte unternehme, benötige er Sicherheit. Für "zusätzliche Maßnahmen" gegen das syrische Regime "muss ich sicher sein, dass ich die Fakten kenne", sagte Obama.

Die USA hatten den syrischen Staatschef Baschar al-Assad schon vor Monaten vor dem Einsatz chemischer Waffen gewarnt. Das sei eine rote Linie, die nicht überschritten werden dürfe. Ähnlich äußerte sich Obama nun in Washington. Sollte der syrische Machthaber das Gift gegen die Rebellen eingesetzt haben, wäre das "eine Änderung der Spielregeln" nicht nur für die USA, sondern für die internationale Gemeinschaft, sagte er. Die Regierung in Damaskus hat bestritten, derartige Waffen benutzt zu haben.

Ranghohe US-Regierungsmitglieder hatten es vor einigen Tagen als wahrscheinlich bezeichnet, dass in Syrien Chemiewaffen "in geringen Mengen" eingesetzt worden seien. Auch der britische Geheimdienst sprach von "begrenzten, aber überzeugenden Hinweisen". Einige US-Senatoren forderten die Regierung daraufhin auf, zu handeln. Auch aus Israel waren die Rufe nach einem Militäreinsatz lauter geworden.