Französische Spezialkräfte haben im westafrikanischen Niger eine Geiselnahme beendet. Mindestens zwei Terroristen seien in der Stadt Agadez getötet worden, teilte das französische Verteidigungsministerium nach dem Zugriff der französischen Soldaten mit.   

Die Aktion war eine Reaktion auf einen tödlichen Anschlag islamistischer Attentäter am Donnerstag. Angreifer hatten in der Stadt Agadez zahlreiche Menschen getötet und im Anschluss mehrere Offiziersanwärter als Geiseln genommen. Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian sagte, die Situation sei inzwischen stabilisiert. Französische Spezialkräfte hätten auf Bitten des nigrischen Staatschefs Mahamadou Issoufou an der Seite nigrischer Soldaten eingegriffen.

Durch die zwei Bombenanschläge auf ein Uranbergwerk des französischen Atomkonzerns Areva und ein nahe gelegenes Militärlager waren am Donnerstag vermutlich mehr als 20 Menschen getötet worden. Genaue Zahlen gibt es bisher nicht.

Am Morgen explodierte zunächst eine Autobombe im Bergwerk in Arlit, das seit 1971 von der Areva-Tochtergesellschaft Somaïr betrieben wird. Fast gleichzeitig detonierte eine zweiter Sprengsatz vor einem Militärcamp im nur wenige Kilometer entfernten Agadez. Anschließend kam es zu schweren Kämpfen zwischen Militär und den Geiselnehmern.

Gleiche Gruppe wie in algerischer Erdgasanlage

Zu den Angriffen bekannte sich eine Islamistengruppe, die auch für die Geiselnahme in einer algerischen Erdgasanlage Anfang des Jahres verantwortlich war. Die zusammen mit der Islamistengruppe Mujao ausgeführten Anschläge am Donnerstag seien eine Reaktion auf den Einsatz von Truppen aus Niger gegen Islamisten in Mali , heißt es in einer am Freitag im Internet von der Gruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (Aqmi) verbreiteten Erklärung. Sollte Präsident Issoufou seine Soldaten nicht abziehen, würden weitere Angriffe folgen, auch in Niger. Die Echtheit der Erklärung konnte bisher nicht bestätigt werden.

Der französische Präsident François Hollande hatte nach den Anschlägen gesagt, Frankreich werde alles tun, um seine Interessen im Niger zu verteidigen. "Wir werden Nigers Behörden unterstützen, die Geiselnahme zu beenden und die Gruppe zu zerschlagen, die diese Anschläge verübt hat", sagte Hollande. Auch Frankreichs Außenminister Laurent Fabius hatte seinem nigrischen Amtskollegen die Solidarität Frankreichs im Kampf gegen terroristische Gruppen zugesichert.    

Frankreich hatte im Januar mit der malischen Armee eine Militäroffensive gegen die Islamisten in Nordmali begonnen. Diese hatten nach einem Militärputsch in Südmali die Macht in der Region an sich gerissen und eine strenge Auslegung der Scharia, des islamischen Rechts, durchgesetzt. Es gab Berichte von schweren Menschenrechtsverletzungen. Nachdem französische und malische Soldaten die Städte Nordmalis zurückerobert hatten, überquerten viele Dschihadisten die Grenze zu den Nachbarländern in der Sahel-Zone.