In Paris ist es nach einer Massenkundgebung gegen die Einführung der Homo-Ehe zu schweren Ausschreitungen gekommen. Hunderte Randalierer lieferten sich am Sonntagabend zwei Stunden lang Auseinandersetzungen mit der Polizei, unter anderem griffen sie die Beamten mit Flaschen, Steinen, Eisenstangen und Rauchbomben an und skandierten "Frankreich den Franzosen" und "Diktatur der Sozialisten". 

Nach Angaben der Sicherheitskräfte wurden 36 Menschen leicht verletzt: 30 Polizisten, ein Demonstrant sowie ein Fotograf. Mehr als 350 Menschen wurden am Wochenende im Zusammenhang mit den Protesten festgenommen. Innenminister Manuel Valls machte rechtsextreme Gruppierungen für die Gewalt verantwortlich.

Am Sonntag hatten Zehntausende Menschen zunächst weitgehend friedlich gegen das umstrittene Gesetz demonstriert. Die Polizei war mit einem Großaufgebot von 4.500 Beamten im Einsatz. Sie sprach von etwa 150.000 Teilnehmern, die Veranstalter von gut einer Million. Das Gesetz zur Einführung der Homo-Ehe, eines der zentralen Wahlversprechen des sozialistischen Staatschefs François Hollande, war Ende April vom Parlament endgültig beschlossen worden und trat am 18. Mai in Kraft. Es räumt Homosexuellen neben der Eheschließung auch ein Adoptionsrecht ein.

Zu der Demonstration hatte die Organisation Demo für alle aufgerufen, die seit Monaten gegen das Gesetz der "Ehe für alle" mobil macht. Eine erzkatholische Gruppierung versammelte sich zu einer separaten Kundgebung. An den Kundgebungen beteiligten sich auch Politiker der konservativen Oppositionspartei UMP und der rechtsextremen Partei Front National. Bereits in den vergangenen Monaten waren zahlreiche Rechtsextreme bei den Demonstrationen gegen die Homo-Ehe mitgelaufen und hatten anschließend randaliert.