Die Europäische Union wird den Wiederaufbau Malis in diesem und im kommenden Jahr mit etwa einer halben Milliarde Euro unterstützen. Eine Ankündigung über 520 Millionen Euro Finanzhilfe werde die EU bei einer internationalen Geberkonferenz an diesem Mittwoch in Brüssel machen, sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso.

Damit stellt die EU ein Viertel der insgesamt anvisierten zwei Milliarden Euro. Über die Höhe der Beiträge der einzelnen EU-Staaten und anderer Regierungen wird erst am Mittwoch Klarheit herrschen. Malis Übergangspräsident Dioncounda Traoré bezeichnete Barrosos Ankündigung als "guten Anfang".

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius sagte: "Wir sind dabei, den Krieg zu gewinnen, jetzt muss der Friede gewonnen werden." Dazu sei wirtschaftliche Entwicklung nötig. "Und dafür brauchen wir Geld."

Grundversorgung wieder herstellen

Auf Initiative Frankreichs und der EU werden sich in Brüssel die großen internationalen Organisationen wie UN und Weltbank sowie die Vertreter von rund hundert Ländern treffen, um langfristige Hilfe für Mali zu organisieren. Die angestrebte Summe von zwei Milliarden Euro entspricht 45 Prozent des Betrages für einen Plan, den die malische Regierung kürzlich vorgestellt hatte, um dem Land wieder auf die Beine zu helfen. Als Grundsatz gilt, dass es in dem westafrikanischen Land "keine Entwicklung ohne Sicherheit und keine Sicherheit ohne Entwicklung" geben könne.

"Mali braucht wirklich Geld, um die Grundversorgung wieder herzustellen, wie Wasser, Strom, Gesundheit und Verwaltung, vor allem in den Gebieten im Norden, die infolge der französisch-afrikanischen Intervention im Januar befreit wurden", erläuterte ein europäischer Vertreter. Die französische Armee war ab dem 11. Januar gemeinsam mit malischen Soldaten gegen Islamisten vorgerückt, die den Norden Malis über Monate unter ihrer Kontrolle hatten. Inzwischen konnten die Islamisten in die Berge zurückgedrängt werden.

Vor den Kämpfen flüchteten nach Schätzungen etwa 480.000 Menschen, davon 290.000 innerhalb des Landes. Die internationale Hilfe soll nun auch die Rückkehr von Flüchtlingen ermöglichen. Erschwert wird die Lage durch die Trockenheit, die die Ernte im vergangenen Jahr beeinträchtigte. Nach amtlichen Angaben sind etwa drei Millionen Menschen in Mali, einem der ärmsten Länder der Welt, von Nahrungsmittelknappheit bedroht.

Präsidentschaftswahl im Juli

Die Präsidentschaftswahl findet am 28. Juli statt. Jedoch werden weder Traoré noch ein anderes Mitglied aus der Übergangsregierung an der Wahl teilnehmen, sagte der Interimsstaatschef. Nach der Meinung von Kritikern ist der Termin jedoch schwer zu halten. Logistische Herausforderungen und Sicherheitsbedenken könnten zu einer Verzögerung der Wahl führen. Hunderttausende Einwohner wurden vertrieben und im Norden des Landes kommt es immer wieder zu Selbstmordanschlägen radikaler Islamisten.