Im Streit um sein Atomwaffenprogramm ist Nordkorea nach chinesischen Angaben zum Dialog bereit. Chinesische Staatsmedien berichteten, der hohe nordkoreanische Gesandte Choe Ryong Hae habe bei Gesprächen in Peking gesagt, sein Land sei bereit, "den Rat Chinas zu akzeptieren" und Gespräche "mit den betreffenden Parteien" zu führen. Details wurden aber nicht genannt – wie weit die Gesprächsbereitschaft geht, ist unklar.

Ein konkretes Angebot zu der von China gewünschten Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche machte der Vertraute von Machthaber Kim Jong Un offenbar nicht. Die Verhandlungen über ein Ende des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms, an dem unter chinesischer Vermittlung auch die USA, Südkorea, Japan und Russland teilgenommen hatten, waren 2009 eingefroren worden.

Mit dem Besuch des Vizemarschalls Choe Ryong Hae, der das politische Büro der nordkoreanischen Volksarmee leitet, haben China und Nordkorea erstmals seit der Machtübernahme von Kim Jong Un Ende 2011 wieder Gespräche auf höherer Ebene geführt. Choe traf am Donnerstag ein Mitglied im Ständigen Ausschuss des chinesischen Politbüros. Dabei sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua, Nordkorea wolle sich auf seinen wirtschaftlichen Aufbau konzentrieren und "ist bereit, ein friedliches äußeres Umfeld dafür zu schaffen". In südkoreanischen Medien wurde darüber spekuliert, ob auch Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping den nordkoreanischen Gesandten empfängt.

Die Beziehungen zwischen den beiden traditionell verbündeten Ländern China und Nordkorea hatten sich besonders nach dem dritten nordkoreanischen Atomtest im Februar deutlich abgekühlt . Zuletzt hatte die Bank of China ihre Zusammenarbeit mit der nordkoreanischen Außenhandelsbank eingestellt und damit eine wichtige Geldzufuhr nach Nordkorea abgeschnitten. Die Staatsbank war damit den Sanktionen der Vereinten Nationen gefolgt, die nach dem Atomwaffentest verhängt worden waren.