Kurz vor Ablauf einer von der EU gesetzten Frist hat Serbien dem Normalisierungsabkommen mit dem Kosovo endgültig zugestimmt. Die Regierung habe dies nach einer Sondersitzung in Belgrad schriftlich der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton mitgeteilt, berichtete das Kabinett von Regierungschef Ivica Dačić. Nachdem zuvor schon die Kosovo-Regierung zugestimmt hatte, kann das am 19. April unter EU-Vermittlung beschlossene Abkommen jetzt umgesetzt werden. Die Nato hatte die Übereinkunft als "historisches Abkommen" bezeichnet.

Die Übereinkunft sieht die Autonomie für die serbische Minderheit in Nordkosovo vor. Im Gegenzug muss sie sich allerdings in den Kosovo-Staat eingliedern. Die Serben sollen Sonderrechte bei der Polizei und in der Justiz erhalten. Im Oktober sollen unter Leitung der OSZE Kommunalwahlen durchgeführt werden. Der Zeitplan für die Abmachung ist eng: Schon bis Ende dieses Monats sollen die ersten bilateralen Gremien gegründet werden.

Unklar blieb, ob die Zustimmung Serbiens und des Kosovos wirklich den Durchbruch bedeutet. Denn die Kosovo-Serben lehnen alle Abmachungen strikt ab. Sie hatten gedroht, alles zu boykottieren und sich für selbstständig zu erklären. Die Regierung in Belgrad hofft, von der Europäischen Union für ihre Kompromissbereitschaft mit Beitrittsverhandlungen belohnt zu werden.