Zwischen Syrien und Israel ist es auf den Golan-Höhen zu einem Schusswechsel gekommen, der die Sorgen vor einer Eskalation des Konflikts zwischen beiden Ländern verstärkt. Die syrische Armee hatte in der Nacht zum Dienstag ein israelisches Armeefahrzeug beschossen und nach eigenen Angaben zerstört. Das Fahrzeug soll über die Waffenstillstandslinie auf den Golan-Höhen auf syrisches Staatsgebiet vorgedrungen sein. Nach Angaben Israels wurde das Fahrzeug lediglich beschädigt, es habe keine Verletzten gegeben. Die israelischen Streitkräfte hätten das Feuer erwidert und die Schützen auf der anderen Seite der Grenze getroffen. 

Laut Armeerundfunk war es der dritte Tag in Folge an dem von Syrien aus auf die von Israel annektierten Golan-Höhen geschossen wurde.

Ein Übergreifen des syrischen Bürgerkriegs auf die Nachbarländer gilt als eine der größten Befürchtungen der internationalen Staatengemeinschaft. Die israelische Regierung hat angekündigt, mögliche Waffenlieferungen der syrischen oder iranischen Regierung an die radikale libanesische Hisbollah-Miliz mit allen Mitteln zu verhindern . Die israelische Armee hat deshalb bereits Fahrzeugkonvois auch auf syrischem Gebiet angegriffen.

Während des Bürgerkrieges in Syrien waren in den vergangenen Monaten immer wieder Querschläger aus Gefechten zwischen Rebellen und syrischer Armee auf dem Golan eingeschlagen. Islamistische Rebellen hatten angekündigt, die Gebiete zurückerobern zu wollen. Israel hatte die Golan-Höhen im Norden des Landes im Sechstagekrieg 1967 von Syrien erobert und annektiert. Sie gelten als wichtiger Vorposten zu Syrien und sind zudem ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für Landwirtschaft, Weinbau und Tourismus.

Auf einen Antrag Großbritanniens hin prüft die Europäische Union, ob sie den militärischen Ableger der libanesischen Hisbollah auf ihre Terrorliste setzt. Diese Liste wurde als Reaktion auf die Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA geschaffen. Die Vermögen der betroffenen Gruppen und Personen werden eingefroren und ihre finanzielle Unterstützung verboten.