Österreich zieht seine Blauhelm-Soldaten von den Golanhöhen ab. Das österreichische Bundesheer könne "aus militärischen Gründen" nicht mehr an der UN-Mission teilnehmen, teilten Bundeskanzler Werner Faymann und sein Stellvertreter Michael Spindelegger mit . "Eine unkontrollierte und unmittelbare Gefährdung der österreichischen Soldaten ist auf ein inakzeptables Maß angestiegen", hieß es in der gemeinsamen Erklärung.

Zuvor hatten an der israelischen Grenze Rebellen und Regierungstruppen heftig gekämpft. Zwei Blauhelmsoldaten wurden leicht verletzt, wie die Sprecherin der dort stationierten UN-Friedenstruppen (Undof), Josephine Guerrero, bestätigte. Kämpfer der Aufständischen hätten eine Kreuzung in Kunaitra an der Waffenstillstandslinie zwischen Israel und Syrien besetzt, sagte ein Vertreter des österreichischen Außenministeriums. Regierungstruppen schlugen nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana die Aufständischen vom einzigen Grenzübergang auf dem Golan auf der syrischen Seite zurück, den sie zuvor eingenommen hatten.

Österreich stellte bislang mit 380 Soldaten etwa ein Drittel der UN-Truppe, die auf dem Golan die Einhaltung der Waffenstillstandsvereinbarung Israels mit Syrien überwacht. Andere Länder wie Japan und Kroatien haben wegen der zunehmenden Gewalt an den Golanhöhen ihre UN-Soldaten bereits abgezogen. Soldaten aus Österreich, Indien und den Philippinen waren bis zuletzt noch dort stationiert. 

Israel erklärte laut Militärangaben die Region rings um den Übergang auf israelischer Seite zum Sperrgebiet. Bauern dürften auf keinen Fall zur Arbeit auf die Felder. Nach Augenzeugenberichten schlug eine Granate in einem UN-Lager auf der syrischen Seite ein. Israel beschwerte sich offiziell bei der Undof über das Eindringen syrischer Panzer in die Sicherheitszone.

Israel hatte die Golanhöhen im Sechstagekrieg 1967 von Syrien erobert und später annektiert. Beide Länder befinden sich offiziell im Kriegszustand. Ein Jahr nach dem Jom-Kippur-Krieg von 1973 wurde die Einrichtung einer Pufferzone unter UN-Kontrolle vereinbart. Dort dürfen sich eigentlich nur UN-Beobachtertruppen aufhalten. Allerdings wird das sowohl von Rebellen als auch vonseiten des Regimes zunehmend ignoriert. UN-Soldaten wurden bereits von regierungsfeindlichen Milizen entführt. Kürzlich lieferten sich Israel und Syrien einen Schusswechsel an der Grenze.

Al-Kaida-Aufruf für islamischen Staat

Al-Kaida-Anführer Aiman al-Sawahiri wandte sich in einer Videobotschaft an die Aufständischen in Syrien. In der von dschihadistischen Webseiten verbreiteten Aufnahme rief er die Rebellen zum gemeinsamen Kampf "unter dem Banner des Islams" gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad, die USA und Israel und für ein Kalifat auf. "Die USA und ihre Verbündeten und Agenten wollen euer Blut und das eurer Frauen und Kinder vergießen, um das baathistische und alawitische Regime zu stürzen, damit sie eine Regierung errichten können, die ihnen gegenüber loyal ist und Israels Sicherheit garantiert."