Er soll eines der schlimmsten Kriegsverbrechen im Afghanistan-Konflikt begangen haben: Der US-Unteroffizier Robert Bales hat sich schuldig bekannt, im März 2012 in der südafghanischen Provinz Kandahar 16 Zivilisten erschossen zu haben. Vor einem Militärgericht bei Seattle im US-Bundesstaat Washington gaben Bales' Anwälte das Schuldbekenntnis zu Protokoll.  

Dem Soldaten wird vorgeworfen, in der Nacht des 11. März 2012 zwei Mal von einem US-Außenposten im Bezirk Pandschwai zu Massakern in umliegende Dörfer aufgebrochen zu sein. Er soll die Menschen, darunter viele Kinder, vorsätzlich getötet haben. Außerdem wird er beschuldigt, versucht zu haben, sechs weitere Menschen umzubringen. Mehrere der Leichen soll Bales angezündet haben. Zwischen den beiden tödlichen Touren soll er im Lager mit einem anderen Soldaten über die Tat gesprochen haben.

Mit dem Geständnis dürfte Bales der Todesstrafe entgehen. Bereits in der vergangenen Woche hatten seine Verteidiger angekündigt, Bales werde sich in allen Anklagepunkten erklären. Im Gegenzug hat die Staatsanwaltschaft der Verteidigung zufolge zugesichert, keine Hinrichtung anzustreben. Die Anklage hat diese Abmachung allerdings noch nicht offiziell bestätigt.  

Im November hatte die Staatsanwaltschaft eingebracht, dass Bales das Massaker bei klarem Verstand begangen habe. Die Verteidigung hatte dagegen argumentiert, dass er sich an nichts erinnern könne. Bales sei bei einem früheren Einsatz im Irak am Kopf verletzt worden und leide unter einem posttraumatischen Stresssyndrom. Bales war zum vierten Mal in Folge in einem Kriegseinsatz, als das Massaker stattfand. 

Am 19. August sollen zwölf Jurymitglieder das Strafmaß verkünden.