Ein Kommando der Taliban hat den Präsidentenpalast und die CIA-Niederlassung im Zentrum von Kabul angegriffen. Schwere Explosionen erschütterten am frühen Morgen die Sicherheitszone in der afghanischen Hauptstadt, bewaffnete Angreifer lieferten sich ein Feuergefecht mit Sicherheitskräften.   

Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag. In einer Nachricht des Taliban-Sprechers Sabihullah Mudschahid in Kabul hieß es, mehrere Selbstmordattentäter hätten den Präsidentenpalast, das Verteidigungsministerium und das Hotel Ariana angegriffen.  

Über den Ablauf des Anschlags gab es unterschiedliche Informationen. Kabuls Polizeichef Ayoub Salangi sagte, vier Aufständische seien getötet worden. Es sei ihnen nicht gelungen, auf das Gelände des Präsidentenpalastes vorzudringen. Die Nachrichtenagentur AFP zitierte hingegen einen Polizeisprecher, der sagte, vier Angreifer hätten einen Wagen mit Sprengstoff in das Gebiet gesteuert und ihn in die Luft gejagt. Dabei seien die Männer ums Leben gekommen.   

Die Taliban behaupteten hingegen, dass auch eine Reihe von ausländischen und afghanischen Soldaten bei dem Angriff getötet worden sei.

US-Gesandter wegen Verhandlungen mit Taliban derzeit in Kabul

Die US-geführte internationale Afghanistan-Truppe Isaf teilte über Twitter mit, in Kabul gebe es Gewehrfeuer und "zahlreiche Explosionen". Später bestätigte sie die toten Angreifer. In Kabul hält sich derzeit der US-Gesandte James Dobbins auf, der sich um Verhandlungen mit den Taliban bemüht.

Ob sich Präsident Hamid Karsai im Palast aufhielt, war unklar. Eigentlich war für den Vormittag ein Pressetermin mit Karsai angesetzt.