Zu Beginn des Prozesses gegen den mutmaßlichen Wikileaks-Informanten Bradley Manning hat die Staatsanwaltschaft schwere Vorwürfe gegen den 25-Jährigen erhoben. Der US-Obergefreite habe systematisch militärische Informationen gesammelt und über das Internet dem Feind zugespielt. Zudem habe er mit dem Wikileaks-Gründer Julian Assange direkten Kontakt gehabt. 

Die Verteidigung brachte vor einem Militärgericht in den USA vor, Manning sei "jung und naiv" gewesen. Er habe die Informationen seinerzeit als Soldat im Irak gesammelt, weil er meinte, dies alles müsse an die Öffentlichkeit kommen. Er habe aber keine schlechten Absichten gehabt.

Manning wird unter anderem "Unterstützung des Feindes" vorgeworfen. Er hatte bereits vor Prozessbeginn gestanden, er habe während seiner Stationierung im Irak Hunderttausende vertrauliche Dokumente aus der US-Geheimdienst-Datenbank der Enthüllungsplattform Wikileaks zugespielt.

Bürgerrechtler werfen US-Militärjustiz Geheimniskrämerei vor

Die Veröffentlichungen hatten brutale Details der Kriege im Irak und in Afghanistan dokumentiert sowie Gräueltaten gezeigt. Die Veröffentlichung der Dokumente machte 2010 weltweit Schlagzeilen. Manning könnte eine lebenslange Haftstrafe erhalten.

Der Prozess wird nach einer Entscheidung der Richterin Oberst Denise Lind teilweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Damit soll verhindert werden, dass weiteres geheimes Material veröffentlicht wird. Bürgerrechtler haben der US-Militärjustiz Geheimniskrämerei vorgeworfen, was potenzielle Informanten abschrecken solle. Das sei eine Bedrohung für die Presse- und Meinungsfreiheit.