Der designierte iranische Präsident Hassan Ruhani hat eine "neue Ära" mit einem moderaten Politikstil angekündigt. Er wolle einen "Pfad der Mäßigung und der Gerechtigkeit, nicht des Extremismus" beschreiten, sagte Ruhani bei seiner ersten Pressekonferenz nach der Wahl. Der Iran dürfe nicht durch die Politik der vergangenen Jahre ausgebremst werden, sagte er. "Das war mehr als eine Wahl, es war der Ruf der Mehrheit der Menschen nach Mäßigung und Respekt und gegen Extremismus."

Ruhani stellte unter anderem mehr Transparenz über das Atomprogramm seines Landes in Aussicht. Auf diese Weise wolle der Iran klarmachen, dass seine Nuklearpläne vollständig im Einklang mit internationalen Vereinbarungen stünden. Zugleich betonte Ruhani aber, er sei nicht bereit, die Urananreicherung zu unterbrechen. Er verurteilte zudem die Sanktionen gegen den Iran. Die Menschen in seinem Land hätten diese nicht verdient.

Er werde seine Wahlversprechen nicht vergessen , sagte Ruhani. "Aber was ich schon jetzt sagen kann, ist, dass die Zeit der Traurigkeit vorbei ist", sagte er mit Blick auf die achtjährige Präsidentschaft des international umstrittenen Mahmud Ahmadinedschad .

Der als gemäßigt geltende 64-jährige Ruhani hatte die Präsidentenwahl am Freitag überraschend im ersten Durchgang mit 50,4 Prozent der Stimmen gewonnen. Er tritt sein Amt im August an und hat im Ausland die Hoffnung auf einen Kurswechsel des Iran geweckt. Allerdings hat der Präsident nur begrenzte Macht. Diese liegt hauptsächlich beim konservativen islamischen Klerus und der Revolutionsgarde. Beide Institutionen bestimmen den Kurs auch beim Atomprogramm und den Beziehungen zum Westen.

 Assad soll bis zu Wahlen im Amt bleiben

Im zweiten großen Streitpunkt mit dem Iran, dem Syrienkonflikt , sprach sich Ruhani gegen eine ausländische Einmischung aus. "Die syrische Krise muss vom syrischen Volk gelöst werden", sagte er bei der Pressekonferenz. Die syrische Regierung von Präsident Baschar al-Assad müsse bis zur Präsidentschaftswahl im Jahr 2014 im Amt bleiben. "Die syrische Krise muss durch das Votum der Syrer gelöst werden."

Der Iran ist ein wichtiger Verbündeter Syriens. Die Rebellen in dem Bürgerkriegsland beschuldigen die Regierung in Teheran , die Assad-Regierung mit Waffen zu unterstützen. Assad hatte am Sonntag gesagt, sein Land wolle die Beziehungen zum Iran verstärken.