Im Atomstreit mit dem Iran hat US-Präsident Barack Obama neue Sanktionen gegen die Regierung in Teheran erlassen. Die Strafmaßnahmen, die am 1. Juli in Kraft treten, richten sich gegen die iranische Währung Rial und die Automobilindustrie des Landes, an die nun keine Waren oder Dienstleistungen mehr verkauft werden dürfen. 

Dem Weißen Haus zufolge geht es bei den neuen Sanktionen darum, den Iran von seinem Atomprogramm abzubringen. "Die Kosten des Irans für die Missachtung der internationalen Gemeinschaft sollen erhöht werden", sagte ein Sprecher. Der Rial solle "außerhalb des Iran unbenutzbar" gemacht werden. Ausländischen Banken drohen nun Strafen, wenn sie Überweisungen in Rial tätigen oder Konten in der Währung führen.

Für die Obama-Regierung ist es der neunte Iran-Erlass. Erst am Freitag hatten die USA acht iranische Firmen aus der Petrochemiebranche auf eine schwarze Liste gesetzt.

Der Iran steht im Verdacht, unter dem Deckmantel der Atomstromerzeugung am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Die Regierung in Teheran weist die Vorwürfe zurück und lehnt es ab, auf sein Atomprogramm zu verzichten oder dieses gegenüber der Internationalen Atomenergieagentur IAEA offenzulegen.

IAEA-Chef Yukiya Amano hatte den Iran am Montag stark kritisiert. Die Verhandlungen drehten sich im Kreis, sagte Amano vor dem Gouverneursrat der Atomaufsicht der Vereinten Nationen. Zehn Verhandlungsrunden in den vergangenen anderthalb Jahren hätten keinen Durchbruch gebracht. Stattdessen treibe der Iran seine Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Bau eines Schwerwasser-Forschungsreaktors voran. Auch würden immer mehr Zentrifugen zur Uran-Anreicherung installiert. Dies seien klare Verstöße gegen die Resolutionen des IAEA-Gouverneursrats und des UN-Sicherheitsrats.