In dramatischen Rettungsaktionen hat die italienische Küstenwache am Wochenende mehr als 900 Bootsflüchtlinge in Sicherheit gebracht. Viele von ihnen gaben an, aus Eritrea zu kommen. Am Sonntag wurden mehr als 250 Flüchtlinge gerettet, deren beide Boote bei der Überfahrt über das Mittelmeer in Seenot geraten waren, wie italienische Medien berichteten. Dutzende der Flüchtlinge hatten sich demnach auf dem offenen Meer an Thunfisch-Fangkäfige geklammert, um nicht zu ertrinken.

Am Sonntag wurden insgesamt rund 690 Flüchtlinge aus Booten gerettet, deren Motor versagte oder die bereits mit Wasser voll liefen. Zu den Geretteten gehörte ein Mädchen, das während der Überfahrt von der Türkei nach Italien geboren worden war.

Italien ist seit Beginn des Arabischen Frühlings Ziel von Zehntausenden Flüchtlingen geworden. Sie erreichen Europa überwiegend an der sizilianischen Küste. Der ruhige Seegang der vergangenen Tage ließ in Italien die Sorge vor neuen Zuwanderungen wachsen.

Erst vor wenigen Wochen hatte die italienische Regierung Flüchtlingen aus Libyen mit jeweils 500 Euro pro Person Unterstützung auf den Weg nach Deutschland geschickt. In Hamburg fanden einige von ihnen notdürftigen Unterschlupf in Zelten und einer Kirche, woraufhin die Debatte über Europas Zuwanderungspolitik neu entflammte.