Die für Mittwoch geplanten Annäherungsgespräche zwischen Nord- und Südkorea sind abgesagt. Nordkorea habe eine von Südkorea vorgeschlagene Liste mit den Delegationsmitgliedern abgelehnt, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul mit.

Es wären die ersten Gespräche zwischen beiden Staaten auf Regierungsebene seit dem Jahr 2007 gewesen. Das Treffen sollte am Mittwoch und Donnerstag in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul stattfinden.

Bei den Gesprächen sollte es nach Angaben der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA vor allem um die Zukunft des Industriegebietes Kaesong gehen. Nordkorea hatte die in seinem Staatsgebiet liegende Sonderwirtschaftszone im April geschlossen und 53.000 nordkoreanische Arbeiter nach Hause geschickt. Weitere Themen sollten die Wiedervereinigung von im Krieg getrennten Familien sowie die Wiederaufnahme von Reisen südkoreanischer Touristen ins Kumgang-Gebirge sein.

Das international weitgehend isolierte Nordkorea hatte in den vergangenen Monaten auf einen harten Konfrontationskurs gesetzt. Die kommunistische Führung in Pjöngjang provozierte unter anderem mit Raketenstarts sowie einem Atomtest und drohte mehrfach mit Angriffen auf Südkorea und die USA. In den vergangenen Tagen hatte Nordkorea dann aber wieder Signale der Entspannung gesendet.

Am Sonntag hatten Gespräche auf Arbeitsebene im Grenzort Panmunjom begonnen. Es war das erste derartige Treffen seit mehr als zwei Jahren.